Ich stehe für…

  • Gleiche Arbeit – gleicher Lohn
  • Gleiche Chancen für Frauen in Führungspositionen zu kommen
  • Keine Förderung für unfaire Betriebe

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler am Internationalen Frauentag 2010

Vor einigen Jahren hat eine Politikerin Aufsehen erregt, indem sie eine Kampagne unter dem Titel „Halbe/Halbe“ ins Leben gerufen hat. Sie hat damit aufgezeigt, dass bezahlte und unbezahlte Arbeit zwischen Männern und Frauen nicht gleich verteilt ist und wollte damit Veränderung bewirken.

Wenn man provokant sein will, dann kann man sagen: Bezahlte und unbezahlte Arbeit sind halbe/halbe verteilt – die bezahlte Arbeit machen die Männer, die unbezahlte die Frauen.
Wenn man ehrlich sein will, dann muss man sagen: Den Großteil der unbezahlten Arbeit, nämlich 70 Prozent, leisten die Frauen und von halbe/halbe sind wir weit entfernt.

Männer tragen die Entscheidungen, Frauen die Konsequenzen. Weltweit sind Frauen Krisenmanagerinnen. Jede Finanz-, jede Nahrungsmittelkrise, jeder kriegerische Konflikt, jede Hungerkatastrophe wird auf dem Rücken der Frauen ausgetragen.

Denn in der Regel sind es die Frauen, die für die Ernährung und Betreuung der Kinder, für die Wasserversorgung der Familie, für die Pflege der Angehörigen zuständig sind.

Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber die Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit ist nach über 100 Jahren immer noch nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die letzten Daten, die 2008 in der Steiermark erhoben wurden, zeigen, dass die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen weiterhin ordentlich auseinanderklafft. Frauen verdienen für gleiche Arbeit ein Sechstel weniger als Männer.

Vollzeitbeschäftigte Männer verdienen im Durchschnitt netto 30 % mehr als Frauen. Und auch bei den Teilzeitbeschäftigten ist es kaum besser. Hier verdienen Frauen im Durchschnitt 24% weniger als Männer.

Auf dem Arbeitsmarkt sind Frauen generell in der schwächeren Position: Abgesehen von der schlechteren Bezahlung besteht für sie auch die größere Gefahr, nach einem Jobverlust keinen neuen Arbeitsplatz zu finden. Und: Für Frauen ist es immer noch schwer, in Führungspositionen aufzusteigen. Dabei mangelt es ihnen aber nicht an Qualifikation, sondern es sind die vorherrschenden Strukturen, die das Fortkommen im Beruf beträchtlich erschweren. Dazu ein Beispiel: Von 626 GeschäftsführerInnen in Österreich sind nur 29 Frauen – das sind 4,6 %.

Eines der zentralen gesellschaftspolitischen Ziele muss daher nach wie vor die Verbesserung der Chancen sowie die Förderung von Frauen im Berufsleben sein.

Aber nicht nur bei der Entlohnung sind Frauen benachteiligt: Weltweit gesehen sind 70 % der Hungernden, 70 % der in absoluter Armut lebenden und 67 % jener Menschen, die nicht lesen und schreiben können, Frauen. Frauen leisten zwar 70% der unbezahlten Arbeit, sie besitzen allerdings nur 1 % des Eigentums. Sie besetzen magere 6 % der Regierungsämter und geringe 10 % der Parlamentssitze.

Wer angesichts dieser Tatsachen davon spricht, dass zwischen den Geschlechtern Gleichberechtigung herrscht, irrt offensichtlich gewaltig! Das heißt, dass wir nicht müde werden dürfen, für unsere Forderungen zu kämpfen. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist deshalb auch – leider wieder einmal – eine unserer Hauptforderungen.

Nach 100 Jahren Kosmetik in der Frauenpolitik wollen wir nun endlich Taten sehen: Gerechtigkeit bei der Bezahlung ist mehr als überfällig und es liegt an den politisch Verantwortlichen, es endlich zu tun. Das Land Steiermark z.B. könnte Wirtschaftsförderungen nur mehr an Betriebe auszahlen, die bei gleichwertiger Arbeit keine Unterschiede bei den Männer- und Fraueneinkommen haben.

Wir sind die Hälfte der Weltbevölkerung, demnach steht uns auch die Hälfte der Welt zu!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch einen schönen und kämpferischen Internationalen Frauentag!

Claudia Klimt-Weithaler

» Schreiben Sie mir Ihr Anliegen an:
claudia.klimt@kpoe-steiermark.at

Als Dank erhalten Sie diesen "echtroten" Nagellack.

5. März 19:30

Kabarett zum Frauentag mit Irene S.

Gasthaus Merta, Conrad von Hötzendorfstrasse 13, Voitsberg
5.März 2010, 19:30
6. März 17:30

Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Knittelfeld

Neues Volkshaus, Hans-Resel-Gasse 2, 8720 Knittelfeld
6.März 2010, 17:30
7. März 11:00

KPÖ Frauen laden zum Brunch

KPÖ Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 Graz
7.März 2010, 11:00
7. März 11:00

Filmvorführung zum Internationalen Frauentag: "Frida"

Franz Bair Heim der KPÖ, Feldgasse 8, Kapfenberg
12.März 2010, 19:30

Auszüge aus unserem Frauenprogramm:

  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

  • Schaffung eines Soforthilfefonds für in Not geratene Frauen

  • Einrichtung von mehr Übergangswohnungen für Frauen mit Kindern

  • Sicherung des Rechtes auf ein eigenständiges Leben im Alter

  • Langfristige finanzielle Absicherung der Grazer Frauenbeauftragten sowie aller Frauen- und Mädcheneinrichtungen, Erhalt und Ausbau bestehender Frauenprojekte

  • Geschlechtssensible Pädagogik im Kinderbetreuungs- und Pflichtschulbereich

  • Verpflichtende Kinderbetreuungseinrichtungen in Betrieben sowie für studierende Eltern an Universitäten

  • Ausbau von leistbaren Einrichtungen entsprechend dem aktuellen Bedarf

  • Frauen- und familiengerechte Stadtplanung (mehr Grünflächen in Wohnanlagen, Kinderspiel- und Sportplätze, Nahversorgungsnetz, öffentlicher Verkehr, usw.)

Veröffentlicht: 18. November 2012