Heizen wird zum Luxus: Wer friert – und wer kassiert?
Alles wird teurer – besonders jetzt, zum Start der Heizsaison, spüren das viele Menschen. Heizöl kostet satte 60 Prozent mehr als noch im Vorjahr, Pellets rund 30 Prozent und Gas etwa 12 Prozent. Für viele Haushalte wird es damit zur großen finanziellen Herausforderung, den Heizöltank für den Winter zu füllen, wenn das Einkommen kaum für die laufenden Ausgaben reicht.
In Österreich sind aktuell rund 1,07 Millionen Menschen beziehungsweise 544.800 Haushalte von Energiearmut betroffen. Das bedeutet, dass sie nicht genug Geld haben, um ihr Zuhause ausreichend zu heizen, Strom und Warmwasser zu bezahlen oder andere notwendige Energieausgaben zu decken.
Doch auch Menschen, die Vollzeit arbeiten, geraten zunehmend unter finanziellen Druck. Hohe Energiekosten treiben nämlich auch die Lebensmittelkosten in die Höhe, weil sie die Herstellung und den Transport verteuern. Das wiederum treibt die Inflation. Die Folgen bekommen letztlich die Menschen in Österreich zu spüren, die ohnehin schon immer mehr für das tägliche Leben ausgeben müssen.
Die Ursachen der hohen Energiepreise
Ein wesentlicher Grund für die hohen Energiepreise sind die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Sie führen dazu, dass Öl und Gas knapper und damit teurer werden. Auch der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist für die aktuellen Preissteigerungen verantwortlich. Außerdem erschwert die Beeinträchtigung wichtiger Lieferwege im Persischen Golf die Versorgung mit Öl und Gas.
Dazu kommen die Sanktionen gegen Russland, durch die deutlich weniger russisches Gas und Erdöl in die EU geliefert wird. Als KPÖ haben wir von Anfang an davor gewarnt, dass die Sanktionen den Krieg nicht beenden werden und dass ihre Auswirkungen auch die Menschen in Österreich treffen werden. Russland verkauft weiterhin Energie an andere Länder wie China und Indien. In der EU ist man hingegen gezwungen, auf teurere Lieferanten auszuweichen.
Die Profiteure der Preissteigerungen
Die seit Jahren anhaltende Teuerung ist aber nicht nur eine Folge internationaler Krisen alleine. Sie ist auch die Folge politischer Entscheidungen. Besonders auf Bundesebene fehlt es am politischen Willen, die Teuerung wirksam zu bekämpfen. Während immer mehr Menschen einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens ausgeben müssen, profitieren Handels- und Energiekonzerne sowie Banken von den hohen Preisen.
Es darf also die Versorgung mit Energie nicht allein dem Markt überlassen werden. Zwar gibt es in Österreich bereits staatliche Eingriffe in die Energiepreise, doch diese reichen nicht aus, um Haushalte in Wirklichkeit zu entlasten. Während viele Menschen unter den hohen Kosten leiden, erzielen Energiekonzerne weiterhin enorme Gewinne. Allein die neun österreichischen Landesenergieversorger erwirtschafteten seit 2022 rund 4,4 Milliarden Euro an Übergewinnen – davon waren es 107 Millionen Euro bei der Energie Steiermark im Jahr 2025.
Eine Lösung wären echte Preisdeckel für Energie und Treibstoffe, die Abschöpfung der Übergewinne, die Verstaatlichung der Energiekonzerne und höhere Löhne, damit sich alle Menschen ein warmes Zuhause leisten können.
Veröffentlicht: 5. November 2026