Rechenzentren mit Folgen: KPÖ fordert klare Regeln statt Ressourcenverbrauch ohne Grenzen
Seit Wochen sorgt der geplante Ausbau eines Google-Rechenzentrums im oberösterreichischen Kronstorf für Diskussionen und Proteste in der Bevölkerung. Kritisiert werden vor allem der enorme Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf Umwelt und Infrastruktur: Rund 50 Hektar wertvoller Boden sollen versiegelt, große Mengen Wasser aus der Enns zur Kühlung entnommen und erhebliche Strommengen verbraucht werden. Der Fall zeigt deutlich, dass angesichts des weltweit steigenden Bedarfs an Rechenleistung – insbesondere durch den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz – klare Regeln für den Bau und Betrieb von Mega-Rechenzentren notwendig sind.
Sollte die Steiermark künftig Standort eines neuen Zentrums werden, fordert die KPÖ mittels Antrag klare Vorgaben des Landes, um die damit verbundenen ökologischen Auswirkungen möglichst einzudämmen: Neben einem landesweiten Standortkonzept, sollen Betreiber die entstehenden Infrastrukturkosten selbst tragen und öffentliche Unterstützung nur dann erhalten, wenn eine nachhaltige regionale Wertschöpfung gewährleistet ist. Zudem soll sich das Land beim Bund für eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung für Mega-Rechenzentren einsetzen.
„Ein Milliardenkonzern wie Google darf nicht auf Kosten der Allgemeinheit wertvolle Ressourcen verbrauchen und die Folgen seiner Projekte auf die Bevölkerung abwälzen. Digitale Infrastruktur ist wichtig, aber die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Umwelt müssen Vorrang vor den Profitinteressen globaler Konzerne haben. Gerade angesichts steigender Hitzeperioden und Wasserknappheit, braucht es klare Regeln, damit digitale Entwicklung nicht auf Kosten unserer Lebensgrundlagen geht“, fordert KPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.
Veröffentlicht: 29. Juli 2026