Zum 85. Jahrestag des 12. Februar 1934

KPÖ-Vorsitzende Klimt-Weithaler erinnert an steirische Februarkämpfe

Vor 85 Jahren haben österreichische Arbeiter zur Waffe gegriffen, um die Ausschaltung der Demokratie durch den Faschismus zu verhindern. „Der 12. Februar ist ein Gedenktag für die gesamte Arbeiterbewegung in unserem Land. Er sollte nicht parteipolitisch vereinnahmt werden.“ Das sagte die steirische KPÖ-Vorsitzende Claudia Klimt-Weithaler anlässlich des 85. Jahrestages des Aufstandes gegen die Errichtung der austrofaschistischen Diktatur, die die nationalsozialistische Machtergreifung vier Jahre später wesentlich erleichterte.

Beim Gedenken an den 12. Februar 1934 sollte man nicht vergessen, dass auch heute die Demokratie von manchen politischen Akteuren als lästiges Hindernis betrachtet wird, das der schnellen Umsetzung einer neoliberalen Agenda im Wege steht. Statt einer Ausweitung der demokratischen Mitbestimmung auf alle Lebensbereiche wird über eine „marktkonforme Demokratie“ geredet.

Der Jahrestag des 12. Februar 1934 hat für die steirischen Kommunistinnen und Kommunisten eine besondere Bedeutung. Nach der Niederlage des Aufstandes sind nämlich zahlreiche frühere Mitglieder der Sozialdemokratie zur KPÖ übergetreten und haben in unseren Reihen gegen die Diktatur und gegen die Okkupation Österreichs durch Nazideutschland gekämpft“, betonte Claudia Klimt-Weithaler.

Bekannte Namen aus der Steiermark sind in diesem Zusammenhang – um nur einige zu nennen – die Brüder Otto, Walter und Ernst Fischer, der frühere Betriebsratsobmann der Niklasdorfer Papierfabrik Heribert Hütter, Heinrich Pongratz aus Graz oder Viktor Elser aus der Weststeiermark.

Die Februarkämpfe in der Steiermark haben auch in der deutschsprachigen Literatur ihren Niederschlag gefunden. So sei an die Koloman-Wallisch-Kantate von Bertolt Brecht und an den Roman „Der Weg durch den Februar“ von Anna Seghers erinnert. Michael Scharang hat den Kameraden des Koloman Wallisch ein literarisches Denkmal gesetzt.

Klimt-Weithaler: „Wir werden das Andenken an alle Kämpferinnen und Kämpfer des 12. Februar 1934 immer in Ehren halten. Das ist deshalb notwendig, weil die Arbeiterbewegung auch in unserem Land in einer schwierigen Situation ist und eine demokratische Entwicklung, die diesen Namen verdient, im Rahmen der EU-Verträge in immer weitere Ferne rückt.“

 

11. Februar 2019