Wohin mit dem Müll?

In Graz-Umgebung findet ein Kahlschlag bei der Abfallsammlung statt

Nach einer vom Land Steiermark in Auftrag gegebenen Studie stellen sogenannte „Ressourcenparks“ die Altstoffsammelzentren der Zukunft dar. Was auf den ersten Blick harmlos klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als massive Verschlechterung.

Ende 2014 hatte die Steiermark 363 Altstoffsammelzentren und 43 weitere Problemstoffsammelstellen. Dies war neben Niederösterreich die dichteste Sammelinfrastruktur. Dabei liegt der Vorteil einer Sammelstelle vor Ort klar auf der Hand. Auch jene Personen, die über keinen eigenen PKW verfügen, haben einen wesentlich leichteren Zugang zur Sammelstelle als dies bei Sammelstellen, die für einen Einzugsbereich von 20.000 Einwohnern geschaffen sind, der Fall ist. Kürzere Öffnungszeiten von kleineren Sammelstellen fallen bei weitem nicht so ins Gewicht wie lange Anfahrtswege.

Einige Gemeinden setzen die Ziele des Landes bereits um bzw. haben die Pläne schon umgesetzt. Im Norden des Bezirkes Graz-Umgebung haben sich Übelbach, Deutschfeistritz, Peggau und Semriach zum „Ressourcenpark“ GU-Nord zusammengeschlossen. Die Sammlung vor Ort wurde eingestellt. Sperrmüll, Problemstoffe und Elektroaltgeräte müssen aus allen vier Gemeinden nun bei der Firma Zuser in Peggau, welche den „Ressourcenpark“ betreibt, entsorgt werden. Wer über keinen eigenen PKW verfügt, hat es schwer. Die öffentlichen Verkehrsverbindungen sind zum Teil sehr schlecht und die Kosten der angebotenen Hausabholung sind enorm.

„Wie bei Schulen und Kindergärten setzt sich die KPÖ auch im Bereich der Müllentsorgung daher für den Erhalt der kommunalen Infrastruktur ein und lehnt Verschlechterungen durch eine Zentralisierung und Privatisierung der Müllsammlung ab“, folgert Claudia Klimt-Weithaler, Klubobfrau der KPÖ im Landtag Steiermark.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, Müll in eine der Nachbargemeinden zu bringen. Damit Problemstoffe und alte Elektrogeräte nicht im Restmüll landen, muss es in den Gemeinden Sammelstellen geben. Dafür setzt sich die KPÖ ein.

1. Juli 2019