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Wir brauchen „Peacehour“ statt Airpower!

Renate Pacher zur Gegenveranstaltung in Knittelfeld

Es gibt viele Gründe, die gegen eine Veranstaltung wie die Airpower sprechen. Da sind der Lärm, die Umweltbelastung und das Sicherheitsrisiko, die eine solche Veranstaltung mit sich bringt. Es ist ein Hohn für den Klimaschutz, eine so energieverschwenderische Veranstaltung mit Millionen an Steuergelden zu fördern. Die Millionen sollten besser in soziale und nachhalte Projekte investiert werden.

Viele der Flugzeuge, die bei der Airpower gezeigt werden, sind Kampfflugzeuge, also technologisch hoch entwickelte Waffen. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Bomben – und in Österreich werden Millionen an Steuergeld für eine Waffenschau verschwendet.

Zum Beispiel wird bei der Airpower erstmals der französische Kampfbomber „Rafale“ gezeigt, der in Afghanistan, Libyen, dem Irak und Syrien in Einsatz war. Kampfflugzeuge töten Menschen, zerstören Krankenhäuser, Schulen oder Wohnhäuser - und können dann bei uns als „Unterhaltungsevent“ bejubelt werden. Das ist unerträglich.

2015 sind die Rüstungsausgaben weltweit wieder gestiegen, auf unvorstellbare 1,5 Billionen Euro. Die Airpower ist auch eine Werbeveranstaltung für die Rüstungsindustrie. Es wäre gerade in Zeiten wie diesen besser darüber nachzudenken, wie wir unsere Gesellschaft friedlicher gestalten, anstatt Veranstaltungen wie die Airpower durchzuführen.

Wie bei jeder Airpower gab es von Grünen und KPÖ eine Gegenveranstaltung – um Gelegenheit zu Protest und Kritik zu geben. In einem berührenden Vortrag las Peter Uray aus dem Buch „Die letzen Zeugen“. Die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch hat die Erlebnisse sowjetischer Kinder im Zweiten Weltkrieg in aufwühlenden Erzählungen festgehalten. Sie geben den Hauch einer Ahnung, was Krieg, Bomben, Vertreibung und Flucht bedeuten – damals und heute. Und es wurde völlig klar: Wir brauchen eine „Peacehour“ statt der Airpower.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

31. August 2016