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Werner Murgg "in der Rolle des Bändigers"

Kleine Zeitung porträtiert den Vorsitzenden des Herberstein-Ausschusses

In der Rolle des Bändigers

Werner Murgg (KPÖ) leitet ab heute den Untersuchungsausschuss in Sachen Tierpark Herberstein.

Einige Male hat er sich den Tierpark in der Oststeiermark angeschaut und dabei auch die Arbeit der Angestellten beim Betreuen und Bändigen der Tiere verfolgt. Ab heute ist Werner Murgg selber in der Rolle des Bändigers, indem er den Untersuchungsausschuss des Landtages leitet, der prüfen soll, ob bei den Förderungen des Landes an den Tierpark alles politisch korrekt gelaufen ist (siehe nächste Seiten).

Werner Murgg ist ein nüchterner Mann. Als Mitglied der KPÖ ist er weder gefährdet, dem Charme des aristokratischen Ambientes zu erliegen, noch beeindruckt es ihn sehr, welches politische Erdbeben die Affäre Herberstein schon bewirkt hat. Auch das zu erwartende Medieninteresse lässt ihn kalt. Er wolle hauptsächlich „schauen, dass da substanziell etwas erarbeitet wird“. Dabei schließt der Landtagsabgeordnete nicht aus, dass etwa Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann als Zeuge für etwas „Spaßfaktor“ sorgen könnte.

Genügsamkeit im Materiellen paart sich bei dem promovierten Historiker und Philosophen mit einem fast gierigen Verhalten im Geistigen. In manchem ähnelt er Peter Hagenauer von den Grünen, der die heiklen Untersuchungsausschüsse zur Estag und zuletzt zum Grazer LKH-West geleitet hatte.

Der Vorsitz in einem Untersuchungsausschuss hat schon zum Aufstieg von Mandataren geführt. Der in diesen Tagen öfter zitierte FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger etwa konnte sich einst profilieren, als er im Nationalrat als Vorsitzender den AKH-Skandal aufarbeitete. Murgg hingegen hat keine Karrieregelüste. Angestellter Sekretär der KPÖ ist ihm Herausforderung genug.

Kleine Zeitung, 14. 9. 06

15. September 2006