Weiter Widerstand gegen Schulschließungen

Klimt-Weithaler: „Entscheidung überdenken – Kleinschulen sind Lebensnerven der Regionen“

Gegen die Schließungen weiterer steirischer Kleinschulen – seit 2011 gibt es in der Steiermark eine Schulschließungswelle – regt sich unverminderter Widerstand. Gestern Abend wurden im Petitionsausschuss des Landtags zwei qualifizierte (von über 100 Personen unterstützte) Petitionen –behandelt.

In den Ortschaften Falkenstein (Fischbach) und Etmißl (Thörl) gibt es massiven Widerstand gegen die Schließung der Volksschulen. Die Landesregierung hat Eltern und Kinder vor vollendete Tatsachen gestellt, obwohl es in beiden Fällen gute Argumente gibt, die Schulen nicht zuzusperren. Das wurde auch im Petitionsausschuss deutlich. Die Schließungen finden statt, weil angeblich die formalen Kriterien dafür erfüllt sind.

Für die Volksschule in Falkenstein sprach Frau Melanie Rohrhofer. Sie kritisierte Ungereimtheiten rund um das Schließungsverfahren. Die Schule hat ein vorbildliches pädagogisches Konzept und ist laut Bundesministerium eine Leuchtturmschule, die ein gelungenes Beispiel für die Einbindung von Kindern mit Behinderungen darstellt. Mit externen Schülern wäre eine Weiterführung möglich, für die Gemeinden würden kaum Mehrkosten entstehen. Zudem fällt für Falkenstein der einzige Treffpunkt im Ort weg.

Die vor der Schließung stehende Schule in Etmißl wurde 2008 umfassend saniert. Die Schule in Thörl, wohin die Schulkinder im kommenden Jahr übersiedeln sollen, ist hingegen sanierungsreif. Der Wechsel findet während des Umbaus statt.

SPÖ-Bildungslandesrätin Lackner erwiderte, dass das Land eigentlich sechs Schulen schließen wollte und die Betroffenen daher die Beweglichkeit der Regierung anerkennen sollten. An der Schließung ändere dies aber nichts. Für die KPÖ sind die Schulschließungen aus bildungspolitischer und pädagogischer Perspektive in keiner Weise gerechtfertigt. Auch die Folgen für die künftige Entwicklung der drei betroffenen Ortsteile werden ausgeblendet. KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Die Schließung von Schulen hat viele negative Auswirkungen. Die Kinder müssen lange Schulwege in Kauf nehmen und die Gemeinden werden systematisch ausgehungert. Die Schulen sind der Lebensnerv vieler Regionen. Gerade in Kleinschulen findet Unterricht in hoher Qualität statt.“

Seit Jahren beschränkt sich die Bildungspolitik des Landes Steiermark auf das Schließen von Schulen. Der vor einigen Jahren vorgestellte Bildungsplan enthält zwar positive Zielsetzungen, umgesetzt werden allerdings ausschließlich Einsparungen. Die Kinder gehören zu den ersten, die die verfehlte Budgetpolitik des Landes ausbaden müssen. Das wird an den Beispiel von Etmißl und Falkenstein besonders deutlich.

10. Mai 2017