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Warum der Sozial-KV-Abschluss kein Erfolg ist

Substanzielle Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzung und sechste Urlaubswoche sind vom Tisch

1 Mai 2013 GLB

„Von den gesteckten Ziele ist man meilenweit entfernt, kritisiert Kurt Luttenberger“ (GLB-KPÖ) die Einigung.

Von den zentralen Zielen der Verhandlungen ist man weit entfernt. Weniger Wochenarbeitszeit und eine sechste Urlaubswoche waren aber kein Thema mehr. Die Beschäftigten in den Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen bekommen unter anderem eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent, 100 Euro mehr für Lehrlinge und einen zusätzlichen freien Tag nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit. Das sind die Ergebnisse der Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft.

„Ohne die Streiks und Betriebsversammlungen wäre selbst dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, sagt Arbeiterkammerrat Kurt Luttenberger vom Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB-KPÖ). Er erinnert daran, dass zu Beginn nur rund 2,3 Prozent bei Löhnen und Gehältern im Raum standen. Zufrieden könne man dennoch nicht sein, so Luttenberger: „Die Gewerkschaftführung hat zu früh nachgegeben. Die Beschäftigten in den Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen wissen am besten, wie es um ihre Situation steht. Sie wollten weiter kämpfen und haben teils sogar schon weitere Streikbeschlüsse gefasst.“

So seien etwa die Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden und die nach einer sechsten Urlaubswoche unter den Tisch gefallen. Gerade das hätte allerdings nachhaltige Entlastung für die Beschäftigten bedeutet. Aufgrund der hohen Personalfluktuation kommen aktuell viele Beschäftigte nicht auf zwei Jahre Betriebszugehörigkeit, für sie gibt es den zusätzlichen Urlaubstag nur am Papier. „Aus all diesen Gründen hätte man sich nicht über die Köpfe der Gewerkschaftsbasis hinweg einigen dürfen“, stellt Luttenberger klar.

„Viele Beschäftigte leisten Großartiges – und arbeiten am Limit. Gerade ihnen stehen eine Arbeitszeitverkürzung und faire Gehälter zu. Eine spürbare Entlastung der Pflegekräfte hätte schließlich auch dazu geführt, dass mehr Zeit für die zu pflegenden Menschen bleibt.“

19. Februar 2019