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Wärst du nicht arm, wär ich nicht reich

Kommentar von Renate Pacher

Der Staat muss sparen, die Bevölkerung muss den Gürtel enger schnallen, so wird es uns von PolitikerInnen, Medien und so genannte ExpertInnen ständig vorgebetet. Geht es um die Interessen der Banken, Konzerne und Superreichen, löst sich die Sparwut in Luft auf.

Bankenhilfspakete, milliardenschwere Eurorettungsaktionen, Sozialabbau, Steuergesetze die die Reichen begünstigen, Vermögensbesteuerung - ein Fremdwort. Privatisierungen und Wirtschaftsförderungen - ganz im Sinne die Konzerne. Das alles hat Folgen. Die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam hat eine brandneue Studie veröffentlicht. Dort wird deutlich, wie ungerecht der Wohlstand auf unserer Erde verteilt ist.

Die reichsten 85 Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmsten 3,5 Milliarden! Ein Prozent der Bevölkerung verfügt über die unvorstellbar Summe von 110 Billionen Dollar. Das ist 65-mal so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt. Sieben von zehn Menschen leben in Ländern, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen 30 Jahren gewachsen ist.

Oxfam meint, die wohlhabenden Eliten dominieren die wirtschaftlichen Weichenstellungen weltweit. Die Demokratie wird ausgehebelt, die Reichen können politische Entscheidungen beeinflussen - sowohl in entwickelten wie auch in Entwicklungsländern. Oxfam kritisiert die Steuerflucht über Steueroasen, sowie staatliche Sparpolitik, die vor allem die unteren Einkommensschichten trifft.

Leider hat Oxfam völlig recht. SpitzenpolitikerInnen handeln im Interesse der Reichen und werden mit hohen Bezügen und später mit Firmenposten und Aktienpaketen belohnt, (Gusenbauer, Schröder, Ederer…). Schuld sind aber auch die Menschen, die sich das alles gefallen lassen. Lieber wird die Schuld bei Minderheiten und AusländerInnen gesucht. Damit ist der Sündenbock gefunden, und für die „oben“ bleibt alles wie es ist.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

21. Januar 2014