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Verstummen eines leisen Dichters

Georg Kofler verstorben - Nachruf von Lutz Holzinger

Lutz Holzinger

Verstummen eines leisen Dichters

Der Südtiroler Schriftsteller Gerhard Kofler (1949 – 2005) ist "vergangene Woche nach kurzer, schwerer Krankheit in Wien verstorben," meldete die Tagespresse. Einen wesentlichen Teil seines Erwachsenenlebens verbrachte der Lyriker ab 1978 in Wien, wo er als Brotarbeit zunächst auf Initiative von Arthur West Kulturredakteur in der "Volksstimme" wurde. Er war ein ruhiger Kollege, der seine Linie als Partner von West – auch er ein Lyriker – ruhig und bestimmt durchgesetzt hat.

Kofler war bereits bei seinem Eintritt in der Reaktion als Autor bekannt, der vor allem deutsche und italienische Lyrik schrieb. Darüber hinaus übersetzte er Autoren wie Artmann, Jandl, Mayröcker und Rühm ins Italienische. Koflers Wechsel aus dem Kulturressort der "Volksstimme" ins Generalsekretariat der Grazer Autorenversammlung, das er lange Jahre leitete, ging still und leise über die Bühne. Mit der Behutsamkeit, die ihn als Mensch charakterisierte, ging er auch als Theaterkritiker zu Werk. Er versuchte, jeweils die positiven Seiten einer Leistung zu sehen und nicht um der Kritik willen zu kritisieren.

Mit Kofler hat die Literatur Südtirols und Österreichs eine stille, aber nachhaltige Stimme verloren.

Im eigenen Namen und für die steirische KPÖ schließe ich mich diesen Dankesworten für einen zu früh verstorbenen ehemaligen Kollegen an. Den wohl überlegten und tief empfundenen Sätzen ist nichts hinzuzufügen. F. St. Parteder.

Veröffentlicht: 8. November 2005

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