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Unsere Verantwortung nach der Wahl

Finanzkrise und politische Alternativen - Beitrag für Mitgliederzeitung

Unsere Verantwortung

Die steirische KPÖ hat bei der Nationalratswahl gegenüber dem Jahr 2006 etwa 4000 Stimmen verloren, die US-amerikanischen Pensionsfonds haben in der aktuellen Krise 2 Billionen Dollar verspielt. Das bedeutet, dass Millionen Menschen dort weniger Geld in der Tasche haben und später in Pension gehen müssen.
Diese beiden Zahlen gehören nicht zusammen. Unseren Misserfolg bei der Wahl müssen wir selbst genau analysieren und dürfen uns dabei auf niemand anderen herausreden. Aber jedes Ding hat zwei Seiten. In diesen Tagen wird es sonnenklar:
Der Kapitalismus ist nicht krisenfest, das Wettrennen um den Maximalprofit führt zu Verwerfungen in der Gesellschaft, welche ihre Existenz bedrohen. Diese Analyse der Marxisten und der KPÖ stellt sich für Massen von Menschen als richtig heraus. Trotzdem sind wir weit davon entfernt, dass sich eine starke und fortschrittliche Alternative zu diesem System entwickelt.
Wer, wenn nicht wir, ist aber in der Lage, dafür zu sorgen, dass es so weit kommt?
Wir haben eine große Verantwortung: Die Krise des kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftssystems darf nicht auf Kosten der arbeitenden Menschen und der Mehrheit der Bevölkerung behoben werden. Es darf zu keinem Marsch in den rechten Abgrund kommen.
Für unsere Alternative zum finanzmarktgesteuerten Kapitalismus müssen wir mit ungebrochenem Mut arbeiten. Auch nach diesem Wahlergebnis.

Franz Stephan Parteder

8. Oktober 2008