Trotz Krebsverdacht: Zulassung von Glyphosat um 5 Jahre verlängert!

Kommentar von Renate Pacher

Glyphosat ist das meistverwendete Herbizid der Welt. Es wird in der Landwirtschaft und Privatgärten eingesetzt. Mit diesem Mittel wird alles Grün auf den Böden abgetötet. So massive Eingriffe in die Natur haben Auswirkungen – auf Menschen und Tiere, zum Beispiel auf die Bienen.

2015 bewertete die World Health Organisation (WHO) den Wirkstoff als potentiell krebserregend. Rückstände von Glyphosat lassen sich in Böden, Wasser und Luft - und somit auch im menschlichen Körper feststellen. Eine deutsche Studie hat ergeben, dass sich das Mittel im Urin von rund 75 Prozent der StudienteilnehmerInnen nachweisen ließ. In einer weiteren Studie wurde festgestellt, dass der Wirkstoff das Erinnerungsvermögen und die Orientierung der Bienen stören kann.

Auf Grund dieser Gefahren hat sich eine breite Bewegung gebildet, die ein Verbot von Glyphosat fordert. Trotzdem ist nun auf EU-Ebene mehrheitlich beschlossen worden, die Anwendung von Glyphosat für weitere fünf Jahre zuzulassen. Das ist ein Skandal. Hier geht es um die Interessen der großen Konzerne.

Die Herstellung von Glyphosat ist ein Milliardengeschäft. Dementsprechend haben Konzerne auch mit Klagen gedroht. Der Monsanto-Konzern wird vom deutschen Bayer-Konzern übernommen. Deshalb hat Deutschland auch für die Verlängerung der Zulassung gestimmt.

Nun ist es wichtig, dass der Protest gegen Glyphosat nicht aufhört. Dazu gehört auch, dass ein österreichweites Verbot beschlossen wird und Österreich sich weiterhin auf EU-Ebene für ein Verbot von Glyphosat einsetzt. Wieder einmal wird deutlich, dass die EU eine Konstruktion im Interesse der Banken und Konzerne ist - und viele PolitikerInnen lediglich die Erfüllungsgehilfen von Konzerninteressen sind.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

5. Dezember 2017