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Trofaiach: LKW fahren durch Wohngebiet

Leitenbauer: Beim Land vorstellig werden

Das ist hier kein Leben mehr. Dreck, Ruß und Lärm. Es ist einfach nicht mehr auszuhalten. Hier muss sich etwas ändern.“ Die Anrainer der Trofaiacher Langefelderstraße sind sich einig und ihre Geduld ist erschöpft. Seit Jahren haben sie mit extrem starkem Lkw-Verkehr durch dicht bewohntes Gebiet in Trofaiach-West zu kämpfen. Bisher ohne Erfolg.

Ihrem Unmut machten sie einmal mehr bei einer Besprechung Ort Luft, weil die Belastung in den vergangenen Wochen noch beträchtlicher geworden sei. Grund für das hohe Lkw-Aufkommen ist eine Bodenaushubdeponie in der angrenzenden Gemeinde Gai. Diese Deponie, die behördlich genehmigt ist, wird mit Aushubmaterial, das von größeren Baustellen mittels Lkw angekarrt wird, befüllt. „Wir haben 55 Lkw in der Stunde gezählt. 150 bis 200 Lkw täglich“, so die Anrainer. Wobei hier anzumerken ist, dass nicht alle Lkw zur Deponie fahren, da auch andere Transportunternehmer die öffentliche Straße benützen.

Bürgermeister Abl erklärte der aufgebrachten Bevölkerung, dass er schauen werde, ob der Bescheid und die Auflagen für die Deponie und den Schotterabbau, die von der Fachabteilung 13a der Landesregierung erlassen wurden, auch eingehalten werden. „Wir werden den Bescheid rechtlich hinterfragen. Auch wie er zustande gekommen ist und wie die Fahrbewegungen zu bewerten sind“, so Abl. Man sei diesbezüglich schon mit der Fachabteilung 13a in Verbindung getreten.

Das bestätigte Werner Fischer, Leiter der Fachabteilung 13 a. Man habe erst am Freitag der Vorwoche von dem Problem und den Beschwerden erfahren und werde sich dieser Sache rasch annehmen und überprüfen, ob der Bescheid eingehalten wird. Der Bescheid für die Befüllung der Aushubdeponie wurde am 1. Februar 2008 von der Fachabteilung 13a erlassen und besagt, dass die Deponie bis Ende 2027 mit 340.000 Kubikmetern unbedenklichem Material befüllt werden muss. Genehmigt sind 60 Fahrbewegungen pro Tag. 30 Fahrten hin, 30 zurück von Montag bis Freitag von 6 bis 20 Uhr, samstags von 6 bis 15 Uhr.

Gabriele Leitenbauer, KPÖ-Vizebürgermeisterin, meinte beim Treffen vor Ort, dass man sich so eine Genehmigung nicht gefallen lassen könne, bei der die Gemeinde keinen Einfluss habe. Sie schlug vor, gemeinsam mit den Anrainern beim Land vorstellig zu werden.

(Kleine Zeitung, Region Leoben, 24. 11. 2010)

24. November 2010