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Thyssen-Krupp: ÖGB im Sozialpartnerschlaf

Schließung des Werkes Gratkorn noch heuer

Während die Großparteien in der Steiermark zur Zeit einen optimistischen Wahlkampf führen, wird vor den Augen der Politiker die Schließung des Thyssen-Krupp-Aufzugswerkes in Gratkorn planmäßig durchgezogen. Die Beschäftigtenzahl hat sich bereits um 50 vermindert. Bis Jahresende will man die Liquidierung des Betriebes vorfristig beendet haben. Ein gewinnbringendes Werk wird zugesperrt, weil das im Interesse der Profitmaximierung ist. Die Strategie des transnationalen Konzerns ist auf keinen entschlossenen Widerstand von Betriebsrat und Gewerkschaft gestoßen. Auch eine kämpferische Resolution der Arbeiterkammer ist nur auf dem Papier geblieben.
Und im Euro-Betriebsrat von Thyssen-Krupp haben sich die Arbeitnehmervertreter beim Schließungsbeschluss der Stimme enthalten, vermutlich weil es eine Bestandsgarantie für die Betriebe in Deutschland gegeben hat.

Darauf machte Manfred Eber, Spitzenkandidat der steirischen KPÖ bei der Nationalratswahl und selbst Betriebsrat, am Mittwoch aufmerksam. Der KPÖ-Politiker: „Für uns zählen die Schicksale der Menschen mehr als die Profite der Konzerne. Eine Stärkung der KPÖ würde auch die Gewerkschaftsfunktionäre aus ihrem Sozialpartnerschlaf aufwecken.“

20. August 2008