Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Syrien - NEIN zur Militärintervention!

Kommentar von Renate Pacher

Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst. Daran fühlt man sich beim Syrien-Konflikt erinnert. Es ist nicht geklärt in welchem Ausmaß und von wem in Syrien Giftgas eingesetzt wurde, dennoch rüsten die USA und die großen EU-Staaten für eine Militärintervention.

Zur Erinnerung: Die „Massenvernichtungswaffen“ Saddam Husseins, die den USA 2003 als Vorwand für den Einmarsch in den Irak dienten wurden nie gefunden. Später entschuldigte sich US-Verteidigungsminister Powell für diese bewusste Irreführung von UNO und Öffentlichkeit.

2011 wurde getrommelt, dass Kampfjets Gaddafis friedliche Demonstranten niederschießen würden. Nachdem diese Geschichten ihren Zweck erfüllt und die Öffentlichkeit auf den Krieg gegen Libyen eingestimmt war, wurden sie klammheimlich entsorgt. Selbst der damalige US-Verteidigungsminister Gates und sein Generalstabschef Mike Mullen gestanden ein, dass es „keine Bestätigungen dafür“ gegeben habe.

Nach dem gleichen Muster wird nun für einen Krieg gegen Syrien mobil gemacht. Eine Militärintervention würde den Nahen Osten erschüttern und könnte den Weltfrieden gefährden. Zerstörung, Tod, Leid und Elend für die Bevölkerung, Flüchtlingswellen, noch mehr Hass und Fanatismus wären die Folgen.

Eine weitere große Lüge ist, dass dieser Militäreinsatz geführt werden soll um Menschenrechte durchzusetzen. Es geht um Wirtschaftsinteressen, um die Sicherung von Einflussgebieten und den Zugang zu Rohstoffen und Märkten. Es wäre höchste Zeit, Präsident Obama und der EU den Friedensnobelpreis abzuerkennen.

Anstatt sich für Verhandlungen und Dialog einzusetzen, hat SPÖ- Verteidigungsminister Klug den USA sogar die Entsendung von 20 österreichischen Chemiewaffenexperten angeboten. "Es ist niemals der Einsatz von Gewalt, der den Frieden bringt", erklärte der Papst, der einen Militärschlag gegen Syrien ablehnt. Dem kann ich nur zustimmen.

10. September 2013