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Strahlenbelastung: „Röntgenpass“ soll Impfpass ergänzen

KPÖ-Antrag im steirischen Landtag einstimmig angenommen

Auf dem Gebiet der Radiologie hat die moderne Medizin große Fortschritte gemacht. Computertomografie und MRT sind in der gesamten Steiermark verfügbar. Weitere bildgebende Verfahren wie PET-CT existieren an der Universitätsklinik in Graz.
 

Auch wenn Röntgengeräte und Computertomographien mit immer weniger radioaktiver Strahlung auskommen, sind die Untersuchungen doch nicht nebenwirkungsfrei. Der Körper vergisst radioaktive Strahlung nicht, die Strahlendosis summiert sich im Laufe eines Lebens. Deshalb hat die KPÖ im Steiermärkischen Landtag angeregt, mit dem Bund über die Einführung eines Strahlenpasses zu verhandeln. In der Sitzung am 13. Dezember wurde der Antrag einstimmig angenommen.

Derzeit unterschätzen laut wissenschaftlichen Studien selbst viele Ärztinnen und Ärzte das Risiko, das durch die Strahlenbelastung entsteht. Bei einer Computertomographie ist die Strahlenexposition mit etwa 10 Millisievert um bis zu 1000-mal höher als bei einer Thorax(Brustkorb)-Röntgenaufnahme und ca. 50-mal höher als bei einer kompletten Mammografie.

Um die Gesamtbelastung einer Person bewerten und das Risiko besser einschätzen zu können, ist es also unumgänglich, einen Überblick über alle radiologischen Untersuchungen und strahlentherapeutischen Behandlungen in einem Röntgenpass festzuhalten.

So wie die Aufzeichnungen im Impfpass oder die Aufklärung über Nebenwirkungen von Medikamenten absolut notwendig sind, sollte es auch mit dem Röntgenpass gehandhabt werden. Durch diese fundierte Information im Röntgenpass kann auf die individuelle Situation jedes Patienten/jeder Patientin eingegangen werden, unnütze und kostenintensive Mehrfachuntersuchungen könnten außerdem vermieden werden.

14. Dezember 2011