Stillstand durchbrechen: Die Steiermark braucht ein eigenständiges Bildungsressort!

Claudia Klimt-Weithaler: Ämterkumulierung geht zulasten von Kindern

Im Bereich der Elementarpädagogik herrscht in der Steiermark seit Jahren Stillstand. Die Missstände haben bereits zu einem Personalmangel geführt, der das gesamte System der Kinderbildung und –betreuung in Frage stellt. Das zuständige Regierungsmitglied, Landesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP), ist nicht nur für Bildung zuständig, sondern auch für die Ressorts Pflege, Gesundheit und Gesellschaft. KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler fordert die Landesregierung deshalb auf, durch eine ausgewogenere Ressortverteilung dafür zu sorgen, dass dem Thema Bildung wieder die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Diese ungewöhnliche Anhäufung von Zuständigkeiten bei einem einzigen Regierungsmitglied hat sich nicht bewährt, betont die KPÖ-Abgeordnete. Mit der Schaffung eines eigenständigen Bildungsressorts, das auch personell von großen Agenden wie Gesundheit und Pflege getrennt ist, würde deutlich mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die bildungspolitischen Aufgaben zur Verfügung stehen.

 

Enttäuschende Antwort

Welche konkreten Verbesserungen wurden für Pädagoginnen und Pädagogen sowie BetreuerInnen in Kinderkrippen und Kindergärten umgesetzt? Diese Frage richtete die KPÖ an Bildungslandesrätin Bogner-Strauß. Die nun vorliegende Antwort fällt mehr als enttäuschend aus: Wortreich wird erklärt, dass alles viel mehr Zeit brauche. Dabei sind die Probleme und Missstände seit Jahrzehnten bekannt.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler übt scharfe Kritik an dieser Verzögerungstaktik: „Viele Pädagoginnen und Pädagogen können die ständigen Vertröstungen nicht mehr hören. Schon jetzt herrscht deshalb ein alarmierender Personalmangel. Die Antwort von Bildungslandesrätin Bogner-Strauß ist eine herbe Enttäuschung. Statt einen Plan vorzulegen, gibt es nur eine lange Liste von Gründen, warum alles so schwierig ist.

 

Initiativen und tausende Stimmen für steirischen Bildungsgipfel

Im Juli überreichte die Initiative für Elementare Bildung (IFEB) über 10.000 Unterschriften an Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Die UnterzeichnerInnen fordern Verbesserungen und einen Bildungsgipfel unter Einbeziehung aller beteiligten Interessensgruppen. Ein solcher wurde nach langem Ringen von der Bildungslandesrätin in Aussicht gestellt, aber noch immer nicht fixiert.

Auch die Initiative „Kinder brauchen Profis“, die sich gegen die Abwertung der beruflichen Qualifikationen zur Wehr setzt, engagiert sich vehement gegen den Stillstand in der elementaren Pädagogik. Kindergärten und Kinderkrippen sind ein wesentlicher Teil des Bildungssystems in Österreich, sie werden aber seit Jahrzehnten im Stich gelassen. Die Verkleinerung der Gruppen von 25 auf 20 Kinder wurden schon Anfang der 90er-Jahre beschlossen, aber nie umgesetzt.

 

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Kleine Fortschritte gibt es lediglich in der Leiterinnenfreistellung. Dem gegenüber stehen Veränderungen, die für Trägerorganisationen und Betreiber zu Vereinfachungen führen, die jedoch zu Lasten des Personals gehen. Für Kinder und PädagogInnen gibt es jedoch durch das Beharren auf großen Gruppen und die Senkung der Ausbildungsanforderungen Stillstand und sogar Rückschritte.

 

Die Forderungen der KPÖ

• Verkleinerung der Gruppen von 25 auf 20 Kinder

• bessere Bezahlung für die Beschäftigten im Elementarbereich

• mehr Personal in Kindergärten und Kinderkrippen

• mehr Zeit für Vorbereitung; Freistellung der Leiterinnen und Leiter

• Zugang zu hochwertiger Kinderbildung und -betreuung ohne soziale Hürden, sie ist wie die Volksschule ein Grundbaustein der Bildungspolitik und

• mehr Zeit und Personal für Kinder mit Bildungsdefiziten, damit diese nicht von Anfang an mit schlechteren Bedingungen ihre Schullaufbahn beginnen müssen

16. September 2021