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Steirischer Reichtumsbericht vorgestellt

ORF berichtet über Pressekonferenz der KPÖ

"Immer ungleichere Verteilung des Reichtums"
Die Reichen werden reicher, die Armen immer ärmer - zu diesem Schluss kommen zwei Studien der KPÖ und der Arbeiterkammer (AK), die am Dienstag unabhängig von einander in Graz präsentiert wurden.

Ungerechtes Lohn/Gewinn-Verhältnis
Die KPÖ stellte ihren so genannten Reichtumsbericht vor. Wichtigste Erkenntnis dieser Studie ist, dass Reichtum in Österreich immer ungleicher verteilt wird.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Untersuchung der Arbeiterkammer. Die Gewinne der Unternehmen stehen demnach in keinem gerechten Verhältnis zu den Löhnen.

Unternehmensgewinne steigen - Löhne kaum
Die steirische Arbeiterkammer hat in ihrer neuen Wirtschaftanalyse 81 steirische Unternehmen unter die Lupe genommen, die jeweils mehr als 50 Beschäftigte haben.

Das Ergebnis: Die Unternehmen hätten, so die Arbeiterkammer, ihre Gewinne in den letzten drei Jahren verdreifacht. Im Vergleich dazu sind die Löhne nur unwesentlich gestiegen, erklärt Bernhard Koller von der AK.

"Wir haben einerseits 180 Prozent Zuwachs bei den Gewinnen andererseits nicht einmal sechs Prozent Zuwächse bei den Löhnen und Gehältern, und das ist schon eine Schere, die eklatant auseinander geht", so Koller.
"Gewinne galoppieren den Löhnen davon"

Geringste Lohnerhöhung für Kleinstverdiener
Ins selbe Horn stößt der Reichtumsbericht Steiermark, den die KPÖ am Dienstag in Graz vorgestellt hat. Die wichtigsten Ergebnisse: Jene, die am wenigsten verdienen, haben in den letzten Jahren die geringste Lohnerhöhung erhalten. Und die Gewinne der Unternehmen steigen, der Anteil der Arbeitnehmer daran geht zurück.

"Unehrlicher Einsatz für sozial Schwache"
Zwar würden sich jetzt im Wahlkampf alle Parteien für die sozial Schwächeren einsetzen, sagt Ernest Kaltenegger (KPÖ), ehrlich gemeint, wäre es aber nicht.

"Wenn man jetzt zum Beispiel diskutiert über die Abschaffung der Erbschaftssteuer, dann wird es in erster Linie den Reichen zugute kommen", so Kaltenegger.

KPÖ fordert erneut Millionärs-Steuer

Deshalb bekräftigt die KPÖ erneut ihre Forderung nach einer Millionärs-Steuer. Diese, sagt Spitzenkandidat Franz Parteder, würde auf großen Zuspruch bei der Bevölkerung stoßen. In der Steiermark haben bislang 1.000 Menschen die Petition dafür unterschrieben.

KPÖ: Grundumwidmungen stärker besteuern
Generell gelte es, die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, vor allem bei Grundstücksspekulationen sieht man bei der KPÖ noch Potential. Bei Umwidmungen im Bauland würden jährlich in der Steiermark 330 Millionen Euro erzielt. Würde man diese pro Umwidmung mit 25 Prozent besteuern, könnten jährlich 80 Millionen Euro beispielsweise für soziale Wohnprojekte verwendet werden.

Quelle: ORF on Steiermark.26.9. 06)

26. September 2006