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Steirischer Armutsbericht: Fast jeder Zweite ist auf Sozialsystem angewiesen

Kaltenegger: Vollzeitarbeitsplätze und Mindestlöhne wären Antwort auf wachsendes soziales Elend.

Der Anfang dieser Woche veröffentlichte Bericht des Landes Steiermark „Armut und Lebensbedingungen in der Steiermark 2005/2006“ zeigt drastisch auf, wie weit marktkonformes Wunschdenken und soziale Realität auseinander liegen: 65.000 Menschen in unserem Bundesland leben unter der Armutsgrenze, 136.000 sind armutsgefährdet.

Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass 43 % der Menschen in der Steiermark ohne staatliches Sozialsystem (Pensionen, Sozialleistungen, Familienbeihilfe usw.) von Armut gefährdet wären. Besonders schwierig ist es für alleinerziehende Frauen, für Pensionistinnen, chronisch Kranke und für kinderreiche Familien, über die Runden zu kommen. Dabei berücksichtigt die Studie noch gar nicht die Auswirkungen der massiven Teuerungswelle und der hohen Inflation.

 

KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger verweist auf eine Reihe von KPÖ-Initiativen im Landtag und in steirischen Gemeinden. So wurde auf KPÖ-Antrag beschlossen, größeren Familien automatisch und unbürokratisch einen Preisnachlass beim Strom zu gewähren. Auch den Sozialpass, der es Menschen mit geringem Einkommen erleichtern soll, an gesellschaftlichen Aktivitäten wie Bildung, Sport und Freizeit teilzunehmen, wird von der KPÖ wieder auf die Tagesordnung gesetzt.

 

Kaltenegger: „Es ist bedauerlich, dass sich die Regierungsparteien lieber mit monatelangen Spiegelfechtereien beschäftigen, statt endlich auf die beschämenden Fakten zu reagieren, die nun auch von offizieller Seite vorgelegt wurden. Wir brauchen Vollzeitarbeitsplätze, von denen man leben kann, und einen gesetzlichen Mindestlohn statt moderner Sklaverei und Lohndumping. Im Bereich der Kinderbetreuung, der Unterstützung von Familien und im Gesundheitsbereich kann das Land noch sehr viel tun. Wir werden die SPÖ daran erinnern, dass sie in Wahlkämpfen immer wieder von sozialer Gerechtigkeit gesprochen hat. Davon ist nicht viel zu spüren, weder im Land, noch im Bund.“


136.000 armutsgefährdete Steirer

Kommunist alamiert

Kurier über die Aussendung der KPÖ zum Armutsbericht 2008

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pdf, 251.2K, 14-08-2008


Armutsbericht_2008.pdf

30. Mai 2009