Steirische Spitäler: Weitere Kürzungen sind der falsche Weg!

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Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ): „Wir haben nicht zu viele Betten, sondern zu wenig Personal!“

Trotz der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie hält die steirische Landesregierung daran fest, Spitäler zu schließen und Betten zu kürzen. Dies zeigt sich unter anderem am kürzlich erfolgten Grundstückskauf für das sogenannte Leitspital im Bezirk Liezen, das drei andere Spitäler ersetzen soll. Damit würde eine Reduktion von bisher 450 Betten im Bezirk auf 226 Betten erfolgen. Die Versorgung wäre somit auch massiv schlechter als in anderen steirischen Bezirken. Insgesamt sollen in der Steiermark bis 2025 950 Betten wegfallen, sogar acht Intensivbetten sollen gekürzt werden. Bis 2035 soll es bis zu 13 Spitäler weniger geben.

„Gerade die Erfahrungen des letzten Jahres haben gezeigt, dass wir mehr Betten brauchen und nicht weniger“, erklärt KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. Es sei nicht möglich, Betten und Personal nur im Bedarfsfall kurzfristig hochzufahren. ExpertInnen rechnen damit, dass Pandemien in Zukunft häufiger werden könnten. Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in der ganzen Steiermark muss garantiert sein. Neben den Betten herrscht auch ein akuter Personalmangel, was ÄrztInnen und Pflegekräfte anbelangt. Bei den Pflegekräften liegt Österreich mit sieben Vollzeitäquivalenten/1000 EinwohnerInnen unter dem OECD Schnitt (8,8 VZÄ/1000 EW).

„Klar ist, dass Österreich nicht zu viele Betten hat, sondern zu wenig Personal“, so Klimt-Weithaler. Auch in der Steiermark sei im November nur knapp an eine Triage-Situation verhindert worden. „Würde Landesrätin Bogner-Strauß darauf hören, was die Beschäftigten im Gesundheitsbereich aus ihrem Arbeitsalltag berichten, müsste sie die Kürzungspläne stoppen.“

Beim Spitalspersonal liegt Österreich im Europa-Vergleich im untersten Drittel, gerade noch vor Italien, das massiv von der Corona-Krise betroffen war. Die KPÖ bleibt daher auf dem Standpunkt, dass eine weitere Ausdünnung der Gesundheitsversorgung unbedingt vermieden werden muss.

20. April 2021