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Steirische KPÖ gratuliert Willi Gaisch zum Geburtstag

Ehrenvorsitzender wird am 3. Juli 85 Jahre alt

Am 3. Juli feiert der Ehrenvorsitzende der steirischen KPÖ, Willi Gaisch, seinen 85. Geburtstag. Der Jubilar stammt aus einer Arbeiterfamilie und hat das Tischlerhandwerk gelernt. Bereits 1936 trat er dem Kommunistischen Jugendverband bei und im Jahr 1938 - im Jahr der Annexion Österreichs - der KPÖ. Zweimalige Verhaftung und Verfolgung durch die GESTAPO hielten Willi nicht ab, am antifaschistischen Widerstand teilzunehmen und für ein selbständiges, freies und demokratisches Österreich einzutreten.
Nach 1945 arbeitete er als Redakteur der Tageszeitung „Wahrheit“, als Bezirkssekretär in Graz, als steirischer Landessekretär und von 1979 bis 1991 als Landesobmann der KPÖ-Steiermark. Zwischen 1961 und 1991 war er Mitglied des Zentralkomitees. Dem Politbüro gehörte er in den Jahren 1987 bis 1990 an.
Zweimal war er in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts Spitzenkandidat bei Landtagswahlen. Beim Durchlesen seiner mannigfaltigen Beiträge in diesen Jahren wird man zwei Konstanten finden, die auch heute von großer Bedeutung sind. Das eine ist die Hinwendung zur Arbeitswelt und der Versuch, konkrete Vorschläge zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zum Ausbau einer Industrie zu machen, die sich im öffentlichen Eigentum befinden sollte. Dafür stehen die Arbeitsplatzbeschaffungsprogramme der steirischen KPÖ.
Das Zweite ist der Versuch, unsere grundlegende Erkenntnisse über die Ursachen der gesellschaftlichen Entwicklung auf die wechselnden konkreten Bedingungen in Österreich anzuwenden. Der Marxismus ist nämlich kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln.
In seinen theoretischen Versuchen geht es ihm darum, daran mitzuarbeiten, dass die steirische KPÖ als selbständige, revolutionäre, bündnisfähige und marxistische Partei die Lehren aus der gesellschaftlichen Entwicklung zieht und einen Widerpart zur entfesselten Macht des Kapitalismus darstellen kann. Die Erfolge bei der Landtagswahl 2005 und bei der Grazer Gemeinderatswahl sind eine Bestätigung dieser Haltung.
Willi Gaisch ist in seinem langen politischen Leben aber kein Mann der Theorie gewesen, sondern hat sich vor keiner praktischen Arbeit gescheut: Sei es am Infostand oder bei der Herstellung von Orts- und Betriebszeitungen. Die Freundinnen und Freunde bei Kinderland haben ihn als Förderer der Organisation und als Ermöglicher des Feriendorfes in Erinnerung.
Die steirische KPÖ wird nie vergessen, was er als Finanzverantwortlicher mit Umsicht und Geschick in der schwierigsten Zeit für die Partei geleistet hat.
An seinem Ehrentag wünschen wir dem Jubilar vor allem Gesundheit und noch viele erfüllte Jahre.

Landesvorstand der steirischen KPÖ
KPÖ-Bezirksleitung Graz

2. Juli 2007