Steirische Herzinfarkt-„Patientinnen und Patienten zweiter Klasse“?

Werner Murgg fordert Landesregierung auf, sich für Gleichbehandlung einzusetzen

Seit Juli 2017 bezahlt die Steirische Gebietskrankenkasse (GKK) für Pensionistinnen und Pensionisten keine so genannte Phase-III-Rehabilitation mehr. Bei Berufstätigen werden die Kosten von der Pensionsversicherungsanstalt gedeckt. Diese ambulante Therapie kommt nach einem Herzinfarkt zum Einsatz. In anderen Bundesländern werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg fordert die Landesregierung in einem Antrag auf, sich bei der GKK, der PVA und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger dafür einzusetzen, dass die Therapiekosten künftig auch für Pensionistinnen und Pensionisten wieder von der Sozialversicherung übernommen werden. „Steirische Pensionisten werden nach einem Herzinfarkt zu Patienten zweiter Klasse gemacht. Wenn Therapien für ältere Menschen nicht mehr übernommen werden, ist das eine sehr gefährliche Entwicklung“, so Murgg.

Die Entscheidung der GKK, die „Phase-III-Reha“ nicht mehr zu bezahlen, wird mit der „Eigenverantwortlichkeit“ der Versicherten sowie mit einer Studie begründet. Die Ergebnisse dieser Studie werden allerdings durch Stellungnahmen internationaler medizinischer Gesellschaften widerlegt. „Wenn sich Personen mit niedrigen Einkommen die Therapie nicht leisten können, werden diese auch früher pflegebedürftig sein“, gibt Murgg zu bedenken.

 

30. Januar 2018