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Steirerinnen und Steirer müssen teuer für Freundschaftsdienste bezahlen

Kaltenegger: „Landtagsbeschluss endlich umsetzen!“

960 Euro Stundenhonorar kassierte Univ.-Prof. Waldemar Jud für so genannte "Beratertätigkeiten" für den steirischen Stromkonzern Estag. In den letzten Jahren wurden von der Estag auf diese Weise mehr als 30 Millionen Euro ausgegeben. Dem gegenüber stehen zahlreiche Strompreiserhöhungen, die vor allem Privatkundinnen und -kunden zu spüren bekommen.



Offensichtlich hat man beim steirischen Stromkonzern Estag aus der Vergangenheit nichts gelernt. Die Geldverschwendung in diesem Unternehmen kann nicht einfach hingenommen werden. Der Landtag muss tätig werden, wenn der Aufsichtsrat seiner Funktion nicht nachkommt.“ Das sagte KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger nach Bekanntwerden des neuesten Beraterskandals in der Estag, die in den letzten Jahren bereits mehr als 30 Millionen Euro für „Experten“ ausgab.

 

Besonders erbost ist Kaltenegger über die erneute Erhöhung des Strompreises für Estag-Kunden: „Der Aufsichtsrat ist ein Kontrollgremium. Anstatt im Interesse der steirischen Bevölkerung zu handeln, werden dort Riesensummen für Beraterhonorare verschwendet. Während sich vergleichbare Gremien bereits Selbstbeschränkungen auferlegt haben, wird das Geld bei der Estag weiterhin äußerst großzügig verteilt. Bezahlen müssen diese Freundschaftsdienste die Kunden, das scheinen die Aufsichtsräte zu vergessen.

 

Ernest Kaltenegger erinnert auch an einen KPÖ-Antrag vom 28. November 2005, den Steirerinnen und Steirern Teile der von ihnen selbst finanzierten Estag-Gewinne in Form eines „Strombonus“ zurückzugeben. Obwohl der Antrag von einer Mehrheit (ÖVP, KPÖ und Grüne) angenommen wurde, ist er bis heute nicht umgesetzt.

 

Veröffentlicht: 24. Januar 2007

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