Steiermark: Gesundheitsversorgung in der Krise

"Höchste Zeit, Beschwerden ernst zu nehmen!"

Seit der Einführung des neuen medizinischen Bereitschaftsdienstes in der Steiermark am 1. April und der Einführung des Gesundheitstelefons mehren sich Beschwerden und Berichte über lange Wartezeiten und Anfahrtszeiten, sinnlose Fragen und technische Probleme. Dabei geht es um nicht weniger als die medizinische Grundversorgung in der Steiermark. Die KPÖ beantragte deshalb die Abhaltung einer Aktuellen Stunde zu Beginn der nächsten Landtagssitzung am 30. April.

Die groß angekündigte Reform des allgemeinen medizinischen Bereichs in der Steiermark ist seit 1. April in Kraft. Die Sprengel für den ärztlichen Bereitschaftsdienst wurden in den Regionen massiv vergrößert. In manchen der neuen Riesensprengel muss ein einziger Arzt über 60.000 Menschen versorgen. Zudem gibt es außerhalb von Graz nun zwischen 24 und 7 Uhr überhaupt keinen ärztlichen Bereitschaftsdienst mehr.

Gleichzeitig startete das Gesundheitstelefon 1450. Seit mehr als drei Wochen häufen sich nun Beschwerden der Patientinnen und Patienten aus der ganzen Steiermark. Betroffene bleiben beim Gesundheitstelefon stundelang in der Warteschleife hängen. Kommt es zu einem Gespräch, werden die Anrufenden mit nicht relevanten Fragen genervt. Oder es werden dieselben Fragen mehrmals gestellt. Die Gespräche sind nicht zielgerichtet, dauern viel zu lang und führen zu unbefriedigenden Ergebnissen. Da nun meist gar kein ärztlicher Bereitschaftsdienst mehr in der Nähe verfügbar ist, muss nach diesen fruchtlosen Gesprächen ohnehin die Rettung gerufen werden. Oder die Patientinnen und Patienten nehmen weite Anfahrtswege in Kauf und fahren auf eigene Faust in eine Krankenhaus-Ambulanz.

Die nun bekannt gewordenen Vorkommnisse lassen Übles befürchten für die noch viel weitergehenden Pläne des derzeit amtierenden Gesundheitslandesrates Christopher Drexler. „Es ist höchste Zeit, die Beschwerden der Menschen in der Steiermark ernst zu nehmen und den Prozess der Gesundheitsreform von Grund auf neu zu starten“, betont KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

 

25. April 2019