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Spielsucht: KPÖ wirft ÖVP und SPÖ Ignoranz und Verschleppungstaktik vor

Klubobmann Kaltenegger zu Spielsucht-Helpline: „So, wie wenn Schnapsbrenner Anti-Alkohol-Beratung durchführen“ – Aufklärungkampagne gefordert

Die KPÖ hat im steirischen Landtag bereits 2005 damit begonnen, die Folgen der Spielsucht aufzuzeigen und Maßnahmen zur Lösung des Problems vorgeschlagen. Die Verschleppungstaktik von SPÖ und ÖVP hat aber dazu geführt, dass ein Ausschuss seit Jahren erfolglos die Probleme vor sich herschleppt, anstatt dringend nötige Maßnahmen umzusetzen. Daran erinnert KPÖ-Landtagsklubobmann Ernest Kaltenegger anlässlich des medialen Hilferufs der Suchtberatungsstelle b.a.s., die eine Verdoppelung des Personals benötigen würde, um den Ansturm bewältigen zu können.

Seit 2006 hat die KPÖ im Landtag wiederholt eine Erhöhung der Abgaben auf Geldspielautomaten nach Wiener Muster gefordert. Das würde dem Land 4,4 Mio. Euro monatlich (!) an Mehreinnahmen bringen. Genug, um Therapieangebote auszubauen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

15.000 Spielsüchtige und über 50.000 von der Spielsucht betroffene Menschen gibt es in der Steiermark. Die Suchtberatung b.a.s. ist längst an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gestoßen, wie ihr Leiter Manfred Geishofer betont. Eine weitere Verschärfung der Problematik ist vorprogrammiert, wenn die von Ex-Vizekanzler Molterer Glücksspiel-Gesetzesnovelle beschlossen wird.

Klubobmann Kaltenegger fordert eine steiermarkweite Aufklärungskampagne zum Thema Spielsucht, wie sie das Land z.B. zum Thema Rauchen durchgeführt hat. In Deutschland, wo das Problem ähnlich wie in Österreich immer dramatischere Formen annimmt, haben bereits mehrere Bundesländer Präventionskampagnen durchgeführt.

Sehr kritische Wort findet Ernest Kaltenegger über die „Helpline für Automatenspielsucht“, die von den Automatenbetreibern selbst angeboten wird: „Das ist so, wie wenn der Schnapsbrenner auch gleich eine Beratung über Alkoholabhängigkeit anbietet. Solche PR-Aktionen sollen lediglich darüber hinwegtäuschen, wie viel Schaden durch die Spielautomaten angerichtet wird. Es ist bedauerlich, dass sich einige Medien dafür hergeben, dafür auch noch Werbung zu machen.“

 

4. Juni 2009