"Sobald ich den gleichen Lohn habe, werde ich…"

Equal Pay Day 2019: Frauen müssen für gleiches Einkommen 78 Tage mehr arbeiten

Am 15. Oktober 2019 ist „Equal Pay Day“ in der Steiermark (Österreich: 21. Oktober). Männer haben dann bereits jenes Einkommen erreicht, für welches Frauen heuer noch bis zum Ende des Jahres, also um 78 Tage länger, arbeiten müssen. Daran erinnerte die KPÖ mit Stadträtin Elke Kahr, Landtagsklubobfrau Claudia Klimt-Weithaler und Stadtrat Robert Krotzer im Rahmen einer Aktion in der Grazer Herrengasse.

In der Steiermark verdienen ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen um durchschnittlich 21,4 %, also mehr als ein Fünftel, weniger als ihre männlichen Kollegen – bei gleichen Aufgaben und gleicher Leistung! (Basis: DURCHSCHNITTLICHE Bruttobezüge, ganzjährige Vollzeit)

Aus Anlass des EPD luden die KPÖ-Frauen Passantinnen in der Herrengasse dazu ein, mit einem optimistischen Blick in die Zukunft folgenden Satz zu vervollständigen: "Sobald ich den gleichen Lohn habe, werde ich..."

Viele Frauen beteiligten sich an der Aktion. Die Antworten wurden zur allgemeinen Information auf einer Wäscheleine befestigt. Zum Zeichen der Anerkennung ihrer Leistungen wurden an die Frauen Dahlien in allen Farben, von weiß über gelb und rot bis lila, verteilt.

Die KPÖ sagt: „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss selbstverständlich sein“

Zur Ungleich-Bezahlung bei gleichwertiger Arbeit kommen weitere Faktoren, die das Lebenseinkommen von Frauen schmälern:

  • Berufe, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden, sind in der Regel schlechter bezahlt als solche, wo Männer dominieren.
  • Frauen unterbrechen ihre Berufstätigkeit bzw. arbeiten häufiger in Teilzeitjobs als Männer, weil sie bei unbezahlten Tätigkeiten, etwa im Haushalt und in der Familie eine ungleich höhere Last tragen. (Fast 2/3 der Teilzeitbeschäftigten in Österreich sind Frauen.)
  • Frauen haben weniger Aufstiegschancen als Männer und sind daher seltener in gut bezahlten Führungspositionen anzutreffen.
  • Ein geringeres Arbeitseinkommen und Unterbrechungen der Berufstätigkeit führen zu niedrigeren Pensionen. Armut im Alter ist die Folge.

 

Die Mandatarinnen und Mandatare der KPÖ setzen sich konsequent für die Gleichberechtigung von Frauen ein.

Die wichtigsten Forderungen der KPÖ für ein gleichberechtigtes Leben von Männern und Frauen sind:

  • Eigenständiges Leben für Frauen in jedem Alter!
  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!
  • Mindestlehrlingsentschädigung in allen Branchen!
  • Frauen vor Armut schützen!
  • Frauen- und Mädcheneinrichtungen ausbauen und finanziell absichern!
  • Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
  • Das Recht auf einen kostenlosen, ganztägigen und qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz für jedes Kind!
  • Selbstverständliche Väterkarenz!

„In vielen Branchen wird es noch immer als normal betrachtet, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger bezhalt bekommen. Das muss sich endlich ändern“, sagt Claudia Klimt-Weithaler, Klubobfrau der KPÖ im Landtag.

„Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der es keine Geschlechterstereotypen mehr gibt und alle – unabhängig von ihrem Geschlecht - ökonomisch unabhängig sind“, betonte Stadtrat Robert Krotzer.

„Heute wird von der Politik gerne behauptet, dass Frauen in unserer Gesellschaft längst gleichberechtigt seien. Frauen erleben aber eine andere Wirklichkeit.“, sagte Elke Kahr. „Eine schlechtere Bezahlung wirkt sich auf alle Lebensbereiche von Frauen aus: Gesundheit, Wohnsituation, ja sogar die Möglichkeit, Kindern eine gute Ausbildung zuteilwerden zu lassen, sind davon betroffen. Das sehe ich tagtäglich bei vielen Frauen, die zu mir ins Büro kommen.“

„Für gleichwertige Arbeit müssen Frauen endlich gleich viel bekommen wie Männer – davon sind wir leider noch meilenweit entfernt“, so die KPÖ-MandatarInnen.

11. Oktober 2019