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Sind SPÖ und ÖVP werdende Mütter egal?

Regierungsparteien halten trotz Engpass an Bettenreduktion fest

Der Aufnahmestopp an der Geburtenstation des LKH Graz sorgte im Sommer für Schlagzeilen. Kurz vor der Geburt stehende Frauen wurden in weit entfernte Krankenhäuser geschickt – nach Deutschlandsberg, Feldbach und Leoben. Ein untragbarer Zustand.

Ein Grund für den Engpass ist der Personalmangel, außerdem wurden in den letzten Jahren die Geburtenstationen in Voitsberg, Wagna und Bruck an der Mur geschlossen. Das wirkt sich jetzt aus: In Graz gibt es nicht immer ausreichende Kapazitäten, Leidtragende sind die werdenden Mütter.

Am 19. September 2017 beantragte die KPÖ im steirischen Landtag, den RSG (Regionaler Strukturplan Gesundheit) in mehreren Punkten zu korrigieren – dort wurden nämlich die Weichen für die Ausdünnung der medizinischen Versorgung gestellt. Die KPÖ wollte ein Bekenntnis, keine Betten mehr in Graz abzubauen und die Schließung der Geburtenstationen noch einmal zu überprüfen. SPÖ und ÖVP lehnten den Vorschlag ab.
 

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KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler schüttelt den Kopf: „ÖVP und SPÖ wollen nicht einmal prüfen, ob es sinnvoll wäre, die Geburtenstationen in Voitsberg, Bruck und Wagna wieder aufzumachen. Wovor haben sie denn Angst?“

Die MitarbeiterInnen der Geburtenstation am Grazer LKH arbeiten permanent am Limit. Die Situation ist laut Medienberichten extrem angespannt. Verantwortliche MedizinerInnen hatten schon in der Vergangenheit die Politik darauf aufmerksam gemacht, dass eine weitere Reduktion der Betten und Kapazitäten nicht möglich sei. Trotzdem sieht der neue RSG 2025 eine weitere Bettenreduktion in der Geburtenstation am LKH Graz vor – obwohl es dort einen Zuwachs bei den Geburten von über 12 Prozent gibt.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Der Aufnahmestopp der Geburtenstation im LKH Graz hat die Öffentlichkeit wachgerüttelt. SPÖ und ÖVP halten aber an ihrem Sparprogramm fest, obwohl die Probleme nicht mehr zu leugnen sind. Im Gesundheitsressort muss sich dringend etwas ändern. Dafür werden wir uns auch in Zukunft einsetzen, bis es auch die Landesregierung einsieht.“

20. September 2017