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Semmeringtunnel: Mürzer Gemeinderat beschliesst Resolution

Antrag von ProMZ gegen Stimmen der ÖVP angenommen

Der Gemeinderat von Mürzzuschlag beschloss am 10. Oktober folgende Resolution:

Die Bundesregierung strebt gemeinsam mit den Ländern Steiermark und Niederösterreich ein neues Semmering- Basis Tunnel Projekt an. Dabei soll der Tunnel auf steirischer Seite in Langenwang beginnen und Mürzzuschlag unterfahren werden.
Über 92 Millionen € wurden in den Probestollen investiert. Das neue Projekt soll weiters um 250 Millionen € teurer sein als die alte Variante.

? Mürzzuschlag entwickelt sich zu einer „Pendlergemeinde“. Immer mehr MürzzuschlagerInnen benützen die Bahn um ihren Arbeitsplatz zu erreichen und brauchen eine Schnellzugstation. Ein Personenbahnhof Mürzzuschlag mit Schnellzughalt, 70 Meter unter der Erde, ist utopisch.
? Mürzzuschlag ist seit 160 Jahren eine Eisenbahnerstadt. Unzählige Einwohner fanden Arbeit bei den diversen Bahnverwaltungen. Auch heute arbeitet ein großer Teil der Mürzzuschlager Bevölkerung bei der ÖBB. Wenn in den letzten Jahrzehnten auch hunderte Arbeitsplätze in Mürzzuschlag selbst verloren gegangen sind, so sind trotzdem noch an die 200 Beschäftigte am Standort Mürzzuschlag. Ein Verlust dieser Arbeitsplätze bedeutet eine Katastrophe für die Beteiligten sowie für unsere Stadt.
? Durch die jahrzehntelange Verzögerung entgehen der steirischen Wirtschaft Hunderte Millionen Euro an Bauaufträgen.
? Durch die mittlerweile fertig gestellte Semmering-Straßenquerung wird es gemäß GVP bis 2015 eine Steigerung im Straßenverkehr auf 6.200 Lkw/Tag (+313%) und auf 19.700 Pkw/Tag (+119%) geben, ohne eine Bahnalternative anbieten zu können.
? Durch die Verzögerung der Fertigstellung (2020) kommt es zu einer Beeinträchtigung der Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandortes, was die Steiermark in der europäischen Konkurrenz der Regionen schwächen wird.

Deswegen tritt die Gemeinde Mürzzuschlag an die Bundesregierung sowie an den neuen steirischen Landtag und an die neue Steiermärkische Landesregierung mit der Forderung heran den begonnenen Bau weiterzuführen.

13. Oktober 2005