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Seiersberg: Höchstgericht stoppt Wildwuchs

Sozial- und umweltverträgliche Lösung finden, Tricksereien beenden!

Bis 15. Jänner 2017 gibt das Höchstgericht dem Land Zeit, um eine „rechtliche Sanierung“ des größten Einkaufszentrums der Steiermark, des Shopping Center Seiersberg, vorzunehmen. Andernfalls müsste das Center schließen.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg machte darauf aufmerksam, dass – auch von Seiten der KPÖ – seit Jahren Kritik an den Tricks geübt wurde, die es ermöglichten, die Verkaufsfläche des Einkaufszentrums weit über die vom Gesetzgeber vorgesehene Größe hinaus zu erweitern.

„Seit Jahren schwindelt sich das Land um eine Lösung herum. Das rächt sich jetzt. Es muss endlich ein rechtskonformer Zustand hergestellt werden. Den Wildwuchs im Nachhinein zu legalisieren kann jedenfalls keine Lösung für die Zukunft sein“, so Murgg.

Im Sommer 2014 gab es im steirischen Landtag einen überraschenden Vorstoß: Eine Koalition aus SPÖ und FPÖ versuchte damals im Ausschuss für Raumordnungsfragen überfallsartig eine Gesetzesänderung durchzusetzen. Diese hätte Einkaufszentren einen weiteren Ausbau ermöglicht. Offenbar hat die Betreiberlobby damit gerechnet, dass der Landtag ihren Wunsch erfüllt, denn in Seiersberg wurde schon auf einer Plakatfläche mit einer Vergrößerung geworben.

Von einer weiteren Vergrößerung der Einkaufszentren raten Expertinnen und Experten seit Jahren dringend ab. Die Einkaufszentren sind längst überdimensioniert, verursachen gravierende Verkehrs- und Umweltprobleme und saugen Arbeitsplätze und Kaufkraft aus den Ortszentren ab, welche dadurch aussterben und unattraktiv werden.

Der Landtag hat jetzt die Pflicht, schnell eine sozial- und umweltverträgliche Lösung zu finden, die nicht nur für Seiersberg gilt. Auch bei der Arena Fohnsdorf gibt es viele offene Fragen.

15. Juli 2016