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36 Millionen für Immobilien-Imperium

Renate Pacher über die Maklerprovision

ÖVP-Nationalratsabgeordneter Fritz Grillitsch ist davon überzeugt, beim Verkauf eines Immobilienpaketes der Zoidl-Privatstiftung an Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz eine bedeutende Leistung erbracht zu haben. Deshalb klagte er die Zoidl-Stiftung auf Zahlung einer Provision in der Höhe von 300.000 Euro – mit der Option auf Erweiterung auf 1,3 Millionen Euro.    
 

Neben verschiedenen Gebäuden und Grundstücken wechselte vor allem die Jagd Autal im Murtal den Besitzer. Dieses Gebiet war früher im Besitz der Bundesforste. Dann wurde es an Herrn Zoidl verkauft. Das Jagdrevier sei die ideale Ergänzung zum Thermenprojekt in Fohnsdorf, an dessen Errichtung Herr Zoidl damals Interesse bekundet hat. Es wurde politischer Druck erzeugt und die Jagd wurde privatisiert. Allerdings war dieser Verkauf mit keinerlei Verpflichtung zur Beteiligung an der Errichtung der Therme verknüpft. So wurde öffentliches Eigentum verkauft, aber an der Therme hat sich Herr Zoidl nicht beteiligt. Nach dem Tod von Zoidl erbte die Zoidl-Provatstiftung.

Dieser Ausverkauf von öffentlichem Eigentum war sehr fragwürdig. Der Weiterverkauf und der Prozess um die Provisionsforderungen geben Einblick in ein seltsames politisches Sittenbild. Das Gericht prüft nun welche Leistungen Grillitsch erbracht hat. Laut Zeugenaussagen, von denen in den Medien berichtet wurde, wurde Grillitsch unter anderem tätig „wenn Bauern im Bereich der gekauften Jagd „rebelliert“ hätten.“

Viele der Kontakte von Grillitisch stammen wohl aus seiner Tätigkeit als ÖVP-Nationalratsabgeordneter und ehemaliger Präsident des Bauernbundes. Ob ihm, neben dem nicht gerade kleinen Gehalt eines Nationalratsabgeordneten, eine Provision von 300.000 Euro oder mehr zustehen, muss das Gericht klären. Wie das moralisch zu bewerten ist steht auf einem anderen Blatt. Übrigens, Grillitisch ist hoher Funktionär der ÖVP. Das ist jene Partei, sich gerade massiv für eine Verschlechterung der Mindestsicherung und der Pensionen stark macht.

Ing. Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

25. Februar 2016