Hochsteiermark: Warum eine private Medizin-Uni ein gefährlicher Irrweg ist

Landesregierung bereitet Privatisierung des Gesundheitssystems vor

Privatisierung: ein gefährliches Mittel in der Gesundheitspolitik

Weit über 1000 Kassenstellen fehlen in Österreich. Im Bereich der Spitäler findet ein gefährlicher Kahlschlag statt, weil zu wenig qualifiziertes Personal gefunden wird. Trotzdem werden die absurden Aufnahmebeschränkungen beim Medizinstudium nicht gelockert. Der steirische Gesundheitslandesrat Drexler (ÖVP) will nun eine private Medizin-Uni fördern und dafür öffentliches Geld verwenden. Das ist ein Irrweg, warnt KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

Seit der Abspaltung der medizinischen Fakultäten von den Universitäten unter der Regierung Schüssel ist das Medizinstudium an einen Aufnahmetest geknüpft, der über eine tatsächliche Eignung zur Ausübung des Berufs bzw. zum Abschluss des Studiums wenig aussagt. In direkter Folge sind die Absolventenzahlen zwischen 2007 und 2012 von 22 pro 100.000 Einwohner auf 15,5 abgestürzt. Ein deutlicher Hinweis, dass Österreich mehr Medizinerinnen und Mediziner ausbilden muss! Private Universitäten sind dafür aber der falsche Weg, betont KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

„Es geht um öffentliches Geld und um eine öffentliche Verantwortung. Das Land muss dafür sorgen, dass die bestehenden Universitäten ihre Aufgaben erfüllen und dafür auch die nötigen Mittel erhalten. Die Subventionierung privater Universitäten kann nicht der richtige Weg sein!“, so die KPÖ-Abgeordnete.

Die Öffentlichkeit wird alles bezahlen und die finanziellen Risiken eines privaten Ausbildungssystems in der Medizin tragen. Die Kontrolle bleibt aber bei den privaten Betreibern. Pharmakonzerne können sich so Ausbildung und Forschung aus öffentlichen Mitteln finanzieren lassen. Der Ärztemangel wird dadurch nicht behoben. Auch das „Leitspital“ im Bezirk Liezen soll nach dem Willen Drexlers privatisiert werden.

Klimt-Weithaler: „Die Landesregierung setzt weitere Schritte in Richtung Privatisierung des Gesundheitssystems. Das bedeutet weniger Leistungen für die Allgemeinheit, aber eine bessere Versorgung für jene, die Behandlungen aus eigener Tasche finanzieren können. Das Land hat nicht die Aufgabe, private Einrichtungen zu subventionieren, während gleichzeitig die öffentlichen unterfinanziert sind. Der Verdacht liegt deshalb nahe, dass es dabei auch um Posten für Menschen aus dem parteipolitischen Umfeld geht.“

27. März 2019