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Plattform 25 spazierte mit "Franz-Hermann" durch Graz

Klimt-Weithaler: Auch nächstes Kürzungspaket wird die Falschen treffen

Die Plattform 25, ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen, die sich gegen die unsoziale Kürzungspolitik der steirischen Landesregierung zur Wehr setzen, veranstaltete am Freitag Nachmittag einen Spaziergang durch die Grazer Innenstadt. Mit dabei: Franz-Hermann, das Sparschwein, das als Sinnbild für die untrennbaren Sparzwillinge an der Landesspitze steht.

Der Spaziergang begann vor der Grazer Burg, Sitz der Landesregierung. Yvonne Seidler und Gerhard Zückert, die SprecherInnen der Plattform 25, führten eine Gruppe interessierter TeilnehmerInnen zu Brennpunkten der Kürzungspolitik und schilderten dabei, wie sich der Budgetkahlschlag auf die jeweils Betroffenen auswirkt und welcher Schaden dadurch bereits angerichtet wurde.

Am Karmeliterplatz sprach Yvonne Seidler unter anderem über die ersatzlose Streichung der Lern- und Sozialbetreuung für Jugendliche: „Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Kinder und Jugendliche zu fördern heißt, in die Zukunft des Landes zu investieren. Obwohl zahlreiche Untersuchungen bestätigen, dass jeder Euro, den wir in Kinder investieren, mehrfach in die Gesellschaft zurückfließt, wurde die Lern- und Sozialbetreuung für Kinder und Jugendliche ersatzlos gestrichen – 1500 Jugendliche werden sich selbst überlassen.“

Gerhard Zückert in seiner abschließenden Rede vor einer Bankfiliale: „Das Urteil der Ratingagenturen entscheidet, ob ein Staat Bankrott geht oder nicht – und ihre Eigentümer, die Hedgefonds verdienen daran – so oder so. Ein Wirtschaftssystem, das diese Praktiken zulässt, das zulässt, dass sich ein Prozent der Bevölkerung auf Kosten der restlichen 99 % in kaum vorstellbarem Ausmaß bereichert, ist unmenschlich und pervers. Es wird Zeit, dass die 99 % das Heft in die Hand nehmen.“

Claudia Klimt-Weithaler, KPÖ-Klubobfrau im steirischen Landtag, nahm am Spaziergang teil. Sie macht darauf aufmerksam, dass bereits absehbar ist, dass auch die kommenden Landesbudgets brutale Kürzungen auf Kosten der Falschen vorsehen: "Die österreichischen Banken haben alleine in diesem Jahr Miliardenbeträge erhalten, die der Staat jetzt bei den arbeitenden Menschen, den sozial Schwachen, den Familien und den Jugendlichen hereinholen wird. Jedes Jahr sollen so weitere 100 Millionen hereinkommen, die dann unverzüglich an die Banken weitergereicht werden. Mit 'Sparen' hat das nichts zu tun, denn die Schulden werden durch diese Politik nicht kleiner, sondern größer."

18. Mai 2012