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Pflegenotstand: Probleme auch in Heimen und Spitälern

Parteder: Pflegepersonal muss bei Diskussion mitreden können

In der Pflegenotstandsdiskussion dürfen die Probleme für das Personal in Pflegeheimen und in Spitälern nicht untergehen. Darauf macht der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder aufmerksam.
Trotz teurer Ausbildung werden PflegehelferInnen in der Steiermark – beispielsweise im LKH Graz – zu Putzarbeiten herangezogen. Und da, obwohl genügend Putzpersonal vorhanden ist. In Wien, aber auch im REHA-Zentrum Tobelbad werden Pflegehelfer ausschließlich zu Pflegetätigkeiten herangezogen.
Eine Betroffene: „Wir sind nicht ausgebildet worden, um Nachtkastln aufzuwischen und das Kaffeegeschirr von Krankenschwestern wegzuräumen“.

Auch der neue Heimvertrag in der Steiermark birgt Fallen: Für Pflegeheime ist eigentlich der
bessere BAGS-Kollektivvertrag anzuwenden und nicht der Privatkrankenanstalten- Kollektivvertrag der meisten Heimbetreiber; allein die Volkshilfe verwendet ab 1. November den BAGSVertrag. Sonst wird dem nicht gerade üppig bezahlten Personal übel mitgespielt. Arbeiterkammer und Gewerkschaft planen deswegen einen Musterprozess.

Eine weitere Schwachstelle im Heimvertrag ist der Mindestpersonalschlüssel.
Bereits jetzt stößt das Personal oft an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Und das, obwohl der im Steiermärkischen Pflegeheimgesetz geregelte Personalschlüssel in vielen Heimen übertroffen wird. Trotzdem darf in Ausnahmefällen dieser Mindestpersonalstand sogar unterlaufen werden!

Parteder: „Bei der Pflegediskussion sollte man auch auf die Fachkräfte hören, die in Spitälern und Heimen tagtäglich höchste Leistungen bringen müssen“.

12. September 2006