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Pflege: Kürzungen auf Kosten der Betroffenen sind keine Reform!

Klimt-Weithaler: „Sparpläne bedeuten schlechtere Qualität in der Pflege und höhere Kosten für Angehörige“

Nach demselben Muster wie bei den steirischen Pflichtschulen und den Spitälern geht Landesrätin Edlinger-Ploder nun im Pflegewesen vor: Eine Streich- und Kürzungsorgie, die vor allem die Pflegebedürftigen, deren Angehörige und die Beschäftigten belastet, wird der Öffentlichkeit als „Reform“ verkauft. Das sagte KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler zu den geplanten Maßnahmen der Landesregierung im Pflegewesen.
 

Erschreckend sei, dass künftig nur noch Personen ab Pflegestufe 4 die Möglichkeit auf Übernahme der Heimkosten haben sollen. Der Pflegeregress werde zahlreiche Familien in eine finanzielle Notlage bringen, da derzeit sehr viele Familien ihren Lebensunterhalt trotz Vollzeitarbeit nur noch knapp bewältigen können, wie der Reichtums- und Armutsbericht zeigt. An den Hauptursachen der Steigerung der Pflegekosten in der Steiermark, vor allem beim Wildwuchs gewinnorientierter Pflegeheime, werde nichts geändert.

„Wirklich alarmiert ist die Idee, Pflegeaufgaben verstärkt auf ungeschulte Privatpersonen abzuwälzen. In einzelnen Fällen mag das vernünftig klingen, letztendlich geht es aber darum, das qualifizierte Personal weitgehend durch billige Arbeitskräfte ohne Ausbildung zu ersetzen. Dass dieses dann wirklich nur Hilfsaufgaben übernimmt, ist in der Praxis schwer vorstellbar. Betagte Menschen sollen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können, dazu ist aber professionelle Unterstützung nötig. Der Plan von Landesrätin Edlinger-Ploder stellt eine unzumutbare Mehrbelastung von Familien dar und ist auch eine gefährliche Drohung für das qualifizierte Personal.“, betont Klimt-Weithaler.

Die Pflegebroschüre der KPÖ

27. Mai 2011