Pfahl-Spital Liezen: Bis zu 62 Mio. Euro Mehrkosten schon vor Baubeginn

Neuerliche Leitspital-Debatte im Landtag

Als „unkalkulierbares finanzielles Risiko“ bezeichnete KPÖ-LAbg. Werner Murgg im Jänner das geplante Leitspital im Bezirk Liezen. Der Neubau soll alle drei bestehenden Krankenhäuser im flächenmäßig größten Bezirk Österreichs ersetzen, obwohl sie im April 2019 mehr als zwei Drittel der Bevölkerung gegen diesen Plan ausgesprochen haben. Murggs Warnung wird nun von der KAGes bestätigt.

In einem Medienbericht spricht die Krankenanstaltengesellschaft nun davon, dass 25 Prozent „Kostenschwankungen“ bei solchen Projekten „normal“ seien – bei einem Volumen von 250 Mio. Euro sind das 62,5 Mio. Euro (!). Und das, obwohl der ehemalige Gesundheitslandesrat Drexler (ÖVP) im Sommer 2019 im Landtag wortwörtlich eine „Kostengarantie“ abgegeben hat, dass der Neubau – wertbereinigt bei Fertigstellung – nicht mehr als 250 Mio. Euro kosten werde.

Ein weiterer bedeutender Unterschied: Während Ex-Spitalslandesrat Drexler noch von 250 Mio. Euro Gesamtkosten für das Leitspital gesprochen hat, ist nun von Kosten von bis zu 312,5 Mio. Euro nur für die Errichtung des Gebäudes die Rede. Zuletzt sind auch noch naturschutzrechtliche Bedenken dazugekommen.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg: „Wir bleiben bei unserer Haltung: Das Ergebnis der Volksbefragung im April 2019 ist zu respektieren. Die bestehenden Spitalsstandorte müssen bewahrt und durch sinnvolle medizinische Schwerpunktsetzungen abgesichert werden.“

11. Februar 2020