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Pendl: Ehrenzeichen aberkennen

Steirische KPÖ fordert Sanktion für untragbare Äußerung

KPÖ fordert Ehrenzeichen-Aberkennung
Der frühere Universitätsprofessor Gerhard Pendl hat sich mit einer umstrittenen Grabrede für einen NS-Luftwaffen-Offizier in die Schlagzeilen gebracht. Die steirische KPÖ fordert jetzt dieAberkennung des großen goldenen Ehrenzeichens des Landes.

"Sympathisanten der RAF"
Bei einer Gedenkfeier am Wiener Zentralfriedhof für einen vom NS-Regime hoch dekorierten Luftwaffenoffizier hat Pendl seine umstrittenen Äußerungen gemacht: Laut der Austria Presseagentur bezeichnete er politische Gegner als Sympathisanten der Rote Armee Fraktion (RAF) und als Generation der Zivildiener und Störer der Totenruhe.

Es sei Pflicht, so Pendl wörtlich, "gegen die seelischen Narben der Gutmenschen aufzuzeigen, dass es doch noch ein Fähnlein gibt in diesen deutschen Landen, die unsere unschuldigen Soldaten und ihren furchtbaren Tod nicht vergessen oder gar herabwürdigen".

"Ehrenzeichen nur für lupenreine Demokraten"
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) hat daraufhin entschieden, Pendl als Universitätsrat der Medizinischen Uni Wien abzuberufen. Der steirische KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger wünscht sich nun, dass Pendl auch das große goldene Ehrenzeichen des Landes aberkannt wird, das er 2002 für seine medizinischen Leistungen erhalten hat:

"Ich denke, dass ein Ehrenzueichen nur jemand bekommen sollte, der sich auch als lupenreiner Demokrat erwiesen hat, und das sehe ich in diesem Zusammenhag nicht so."

Kaltenegger will nun Gespräche mit den anderen Parteien führen.

Voves: Aberkennung rechtlich nicht möglich
Auch Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) ist für eine Aberkennung des Ehrenzeichens; er sagt allerdings, das sei rechtlich nicht möglich, weil das Ehrenzeichen noch von der früheren Landeshauptfrau Waltraud Klasnic verliehen wurde. Man werde diesen Fall aber zum Anlass nehmen, derartige Aberkennungen für die Zukunft zu ermöglichen.

(Quelle: orf on)

15. November 2006