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Parteder: Für den Falter ein "humoriger Programmatiker"

Kurzporträt des steirischen KPÖ-Spitzenkandidaten

Weil KPÖ-Star Ernest Kaltenegger erst letzten Herbst aus dem Grazer Stadtrat in den Landtag wechselte, konnte er jetzt nicht gut schon wieder den Spitzenkandidaten machen. Also wurde es Landesparteisprecher Franz Stephan Parteder. Wahltechnisch gesehen nicht gut: Nur wenige kennen den ehemaligen Journalisten und Beatles-Übersetzer, werkt er doch mit Vorliebe als Stratege im Hintergrund. Er zählt zum Urgestein der steirischen KPÖ und ist deren intellektuelle Führungsfigur. Ursprünglich strebte der Lebenspartner der KPÖ-Stadträtin Elke Kahr sogar die bundesweite Spitzenkandidatur an. Geworden ist es aber Mirko Messner von der Bundes-KPÖ, zu der die Steirer ein distanziertes Verhältnis pflegen. An der üblichen Glattheit vieler Politiker lässt es der Handyverweigerer missen. Als er vor den Landtagswahlen bei einer „Wahlgala“ des Theater im Bahnhof per Livetelefonat eingeladen wurde, doch vorbeizuschauen, antwortete er: „Ach nein – wissen Sie, ich bin schon in Unterhose.“ Nicht alle, für die der „Engel der Armen“ Kaltenegger unwiderstehlich wäre, überzeugen auch aktionistische Lesungen aus dem „Kapital“ und über den Spanischen Bürgerkrieg, wie sie Parteder nun veranstaltet.

Aktuelle Werte KPÖ: Österreich: 1%, Steiermark 3%

(Falter, 6.9.06)

5. September 2006