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Olympia in Graz: Keiner will zahlen

Bleibt Graz alleine auf den Kosten sitzen? – Nach ÖOC-Statement ist Bewerbung für KPÖ nicht mehr realistisch

In einem am 19. Februar veröffentlichten Interview betonte ÖOC-Präsident Karl Stoss, dass Olympische Winterspiele in der Steiermark ohne finanzielle Unterstützung des Landes undenkbar sind. Der Bund würde ohne Landesförderungen auch nichts zuschießen. Damit ist aus Sicht der KPÖ eine Olympia-Bewerbung von Graz und Schladming nicht mehr realistisch, denn das Land Steiermark hat einer finanziellen Beteiligung bereits eine Absage erteilt.

Er sehe „nicht den geringsten Spielraum im Landesbudget für eine Beteiligung an den Kosten für Olympische Spiele“, sagte der steirische Sport- und Finanzlandesrat Anton Lang am 6. Februar 2018 bei der Beantwortung einer Dringlichen Anfrage der KPÖ im steirischen Landtag. Lang habe dies auch den Bürgermeistern von Schladming und Graz mitgeteilt.

Während der Schladminger Bürgermeister darauf verweist, dass seine Gemeinde kein Risiko eingehe, da Graz als Host City die Haftung trägt, spielen finanzielle Argumente für den Grazer Bürgermeister offenbar keine Rolle. Obwohl von keiner Seite Zusagen vorliegen, hält Siegfried Nagl an der Bewerbung fest. Für die KPÖ steht fest, dass vor einer Bewerbung, die Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen würde, eine Volksbefragung stattfinden muss. Da Nagl dazu nicht bereit ist und auf Landesebene eine Koalition aus SPÖ, ÖVP und FPÖ eine Befragung der Bevölkerung abgeschmettert hat, sammelt die KPÖ Unterschriften für eine Volksbefragung in Graz.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler warnt: „Einige agieren nach dem Motto: Sofort bewerben, später nachrechnen. So, als würde Geld keine Rolle spielen. Die Bevölkerung sieht das vernünftiger und realistischer als Politiker, die sich mit Olympischen Spielen ein Denkmal setzen wollen. Die Veranstaltung ist nach wenigen Tagen vorbei, der Schuldenberg wird aber Jahrzehnte bleiben.“

Olympische Spiele haben in der Vergangenheit immer dazu geführt, dass an den Veranstaltungsorten Mieten und Grundstückspreise stark gestiegen sind. Durchschnittlich sind die Lebenshaltungskosten um 8,6 Prozent gestiegen. In Schladming erhöhten sich die Grundstückspreise seit der Schi-WM 2013 um 30 Prozent.

20. Februar 2018