Olympia-Bewerbung: Wer trägt die Kosten?

Alleine die Bewerbung kostet zweistelligen Millionenbetrag – viele Fragen offen

Für die steirische KPÖ sind bei der Debatte um die Bewerbung von Graz und Schladming als Austragungsorte der Olympischen Winterspiele viele Fragen offen. Nicht nur die Abhaltung von Spielen, sondern auch die Bewerbung verschlingt hohe Summen. Deshalb fordert KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler außer einer verbindlichen Volksbefragung auch eine Garantie, dass kein Steuergeld verwendet wird.

Für Innsbruck, das sich ebenfalls für die Winterspiele 2026 bewerben wollte, wurde das Versprechen abgegeben, keine Steuermittel auszugeben und keine neuen Sportstätten zu errichten. Die Bewerbung ist schließlich gescheitert, weil sich die Tiroler Bevölkerung in einer Befragung im Oktober 2017 dagegen ausgesprochen haben. In Innsbruck lag die Ablehnung bei 67,5 %.

Zwischen 10 und 15 Milliarden Euro haben Olympische Sommer- und Winterspiele zuletzt verschlungen. Für die Spiele in Sotschi wurden sogar 40 Milliarden Euro ausgegeben, da Sotschi – so wie Graz – keine Wintersportregion ist. Nur ein Bruchteil dieser Kosten ist „sportrelevant“. Aber bereits für die Bewerbung als Austragungsort sind Beträge im hohen zweistelligen Millionenbereich üblich. Deshalb ist es dringend geboten, die Menschen nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, sondern vorab durch eine Volksbefragung festzustellen, ob die Bevölkerung überhaupt mit den Plänen einverstanden ist.

Die im Vergleich zu Olympischen Winterspielen klein dimensionierte Schi-WM in Schladming 2013 hat 414 Mio. Euro gekostet.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Immer wenn es um Gesundheit und Bildung geht, ist von leeren Kassen die Rede. Bei Olympia spielt Geld offenbar keine Rolle. Es ist nicht überraschend, dass die Bewerbung ohne Einbeziehung der Bevölkerung erfolgen soll. Hamburg hat 2015 abgestimmt, Innsbruck 2017. In beiden Fällen haben sich die Menschen gegen Olympische Spiele ausgesprochen, obwohl die regierenden Parteien die Werbetrommel gerührt haben. Gerade deshalb ist es wichtig, dass zuerst die Bevölkerung am Wort ist.“

24. Januar 2018