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Obama: Skepsis ist angebracht

KPÖ weist auf Widerspruch zwischen "Change" in den Medien und der Realität hin

Die Versöhnung des gesellschaftlichen und politischen Systems in den USA mit den Wünschen und Sehnsüchten der Mehrheit der Bevölkerung wird auch unter einem Präsidenten Obama nicht gelingen.

Diese nüchterne Feststellung muss man auch angesichts eines weltweiten medialen Feuerwerks mit dem Leitmotiv des „Wandels“ treffen, das derzeit auf allen Kanälen stattfindet.

Skepsis ist angesagt. So hat beispielsweise der Leiter der BBC-Wirtschaftsredaktion Robert Peston heute in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass die Wirtschaftskrise und die gigantische Verschuldung der USA ein großes Hindernis für alle Umverteilungspläne der demokratischen Wahlplattform sein werden.

Und Obama selbst hob heute in seiner Dankesrede die kriegerischen Einsätze der USA sehr prominent hervor. Wörtlich sagte er: „Selbst wenn wir heute Abend hier stehen, wissen wir, dass tapfere Amerikaner in den Wüsten im Irak und in den Bergen Afghanistans aufwachen, um ihr Leben für uns zu riskieren.“

Bei der steirischen KPÖ will man die Unterschiede zwischen Obama und Bush nicht kleinreden, trotzdem gilt es festzuhalten, dass es sich dabei um unterschiedliche Konzepte der weltweiten Dominanz der USA auf wirtschaftlichem, ideologischem und militärischem Gebiet geht.

Das Eintreten für ein Ende der USA-Kriegsabenteuer, für Frieden und Abrüstung geht auch nach diesem Wahltag weiter. Und den Versuchen, die Folgen der von den USA ausgehenden weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf die arbeitenden Menschen und auf die Völker der dritten Welt abzuwälzen, muss man auch unter den neuen Bedingungen entgegentreten.

5. November 2008