Nobelpreis für Literatur an Peter Handke

Die KPÖ Steiermark gratuliert

Die KPÖ Steiermark gratuliert Peter Handke zum Nobelpreis für Literatur auf das Herzlichste! Diese Auszeichnung ist gleichermaßen verdient wie lange erhofft und würdigt einen Schriftsteller, dessen Werk sich durch größte Sprachgenauigkeit und höchstes Bewusstsein für das Erzählen auszeichnet.

Handke stammt mütterlicherseits aus einer slowenischsprechenden Familie in der Kärntner Gemeinde Griffen, ein Umstand, der sich als roter Faden durch sein gesamtes Werk bis heute zieht und dem er mit dem gefeierten Theaterstück "Immer noch Sturm" ein würdiges Denkmal gesetzt hat.

Seine literarischen Anfänge sind eng verknüpft mit der Stadt Graz, in der der junge Jus-Student damals erste Texte für die Zeitschrift "manuskripte" und Literaturkritiken für den ORF-Steiermark verfasste. Mit Alfred Kolleritsch verbindet ihn bis heute eine enge Freundschaft.

Handke selbst hat es stets abgelehnt, sich als "politischen Schriftsteller" zu bezeichnen, umso mehr sah er sich als politischen Menschen, der seine klare Haltung auch gegen größte Widerstände unbeirrt verteidigte, beginnend mit seiner Kritik an der Gruppe 47 in Princeton im Jahr 1966. Einige Jahre später hat er als eine der wenigen öffentlichen Personen die widersprüchlichen Vorgänge rund um die Zerschlagung seiner "Wahlheimat" Jugoslawien in seinen Essays "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien" (1996) sowie "Sommerlicher Nachtrag zu einer winterlichen Reise" (1997) aufgezeigt. Im Gegensatz zu den von ihm als "Fernfuchtlern" bezeichneten Zeitungsschreibern in deutschen Redaktionsstuben hat sich Handke stets durch eigene Anschauung in den serbischen Kriegsgebieten um die Wahrheitsfindung bemüht und die NATO-Aggression von 1999 klar verurteilt.

Nach Elfriede Jelinek 2004 wurde mit Peter Handke erneut ein österreichischer Schriftsteller von internationaler Bedeutung ausgezeichnet - ein schöner Tag für die Literatur!

10. Oktober 2019