Niedrigere Löhne, höhere Arbeitslosigkeit

Das bringt der schwarzblaue 12-Stunden-Tag

Bis zu 12 Stunden wird die tägliche Arbeitszeit in Österreich für viele Beschäftigte künftig betragen. Wegzeiten eingerechnet sind somit 14 Stunden möglich. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit wird von 48 auf 60 Stunden erhöht. Das werden ÖVP und FPÖ – ohne Begutachtung – im Nationalrat beschließen lassen. Für viele Betroffene bedeutet das mehr Arbeit bei gleicher Bezahlung, also eine Lohnsenkung.

Die wöchentliche Höchstarbeitszeit wird auf 60 Stunden erhöht. Bisher war die Arbeitszeit mit Überstunden auf 10 Stunden pro Tag beschränkt. Für die elfte und zwölfte Stunde gibt es für Beschäftigte ein Ablehnungsrecht, doch für viele wird es keine freie Wahl geben, wenn sie nicht den Verlust ihres Arbeitsplatzes riskieren wollen. Eine weitere Änderung betrifft den Tourismus, wo die Ruhezeiten von elf auf maximal acht Stunden verkürzt werden.

Überstunden werden in diesem Rahmen entweder bezahlt oder als Freizeit abgegolten. Auch das unterliegt einer Vereinbarung, bei der die meisten Beschäftigten akzeptieren müssen, was ihnen angeboten wird. Diese Regelung wird nicht nur zu einer spürbaren Lohnsenkung, sondern auch zum Verlust von Arbeitsplätzen führen.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „In Betrieben, wo solche Vereinbarungen mit Einzelverträgen fixiert werden, können sich Beschäftigte gegen höhere Arbeitszeiten kaum wehren, ohne ihren Arbeitsplatz aufs Spiel zu setzen. In der Regierung geben noch mehr als bisher Lobbys wie die Industriellenvereinigung den Ton an. Das kann man an den heute geschalteten Jubelinseraten sehen.“

„Die Arbeit und der durch sie erwirtschaftete Wohlstand müssen gerechter verteilt werden. Dafür braucht es höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten und eine Besteuerung der Gewinne statt der Arbeit. Was ÖVP und FPÖ jetzt umsetzen, ist das genaue Gegenteil“, so Klimt-Weithaler.

 

15. Juni 2018