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Nie wieder Faschismus?

Kommentar zum Tag der Befreiung von Renate Pacher

In den letzten Tagen wurde die Befreiung unseres Landes vom Faschismus gefeiert. Im Mai 1945 gingen der verbrecherische Krieg und eine grausame faschistische Diktatur in weiten Teilen Europas zu Ende. In Spanien und Portugal konnte der Faschismus erst nach Jahrzehnten überwunden werden.

Millionen von Menschen starben im Krieg, bei Bombenangriffen und in den Vernichtungslagern. Menschen wurden auf Grund ihrer politischen Überzeugung oder wegen ihrer Religion und Rassenzugehörigkeit verfolgt und ermordet. Mit rund 27 Millionen Toten bezahlte die Sowjetunion den höchsten Blutzoll im Kampf gegen den Faschismus und für unsere Befreiung.

Es gab in Österreich viele Täter und sehr viele Mitläufer. Aber es gab auch den Antifaschistischen Widerstand. Dieser Widerstand wurde wesentlich von KommunistInnen getragen. Zweitausend Mitglieder der KPÖ – das ist die Hälfte aller aus politischen Gründen ausgesprochenen Urteile – wurden wegen Widerstands zum Tode verurteilt und exekutiert. Neunzig Prozent der im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands archivierten Zeugnisse des antinazistischen Widerstands sind kommunistischen Ursprungs.

Viele stellen sich die Frage, ob es wieder zum Faschismus kommen kann? Der Philosoph Max Horkheimer formulierte den berühmten Satz. „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen.“. Deutsche Kapitalisten haben den Aufstieg Hitlers entscheidend unterstützt und am Krieg gut verdient.

Heute leben wir immer mehr in einer Diktatur der Banken und Konzerne. Soziale Sicherheit und Demokratie werden Stück für Stück abgebaut. Um von der Ungleichheit und Ungerechtigkeit abzulenken werden neue Feindbilder geschaffen. Früher waren es die Juden, heute sind es der Islam, Asylwerber und Migrantinnen. Und weil das Leben für viele immer härter wird, verhärten sich auch die Gedanken und die Herzen. Für wen die Losung „Nie wieder Faschismus“ wichtig ist, der muss auch für eine gerechte Gesellschaftsordnung eintreten.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

11. Mai 2015