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Neuer Trick der Glücksspiel-Lobby

Kaltenegger sieht Handlungsbedarf bei anderen Landtagsparteien

„Es ist ein taktischer Trick der Glücksspiellobby, wenn sie jetzt groß ankündigen, etwas gegen die dramatisch zunehmende Spielsucht in der Steiermark unternehmen zu wollen, und eine sogenannte Help-Line für Spielsüchtige anbieten. Sie wollen damit auf die Spielsuchtdebatte in der Steiermark reagieren und von einer zielführenden Stoßrichtung ablenken.“
Das stellte KPÖ-Landtagsklubobmann Ernest Kaltenegger am Mittwoch fest.

Der KPÖ-Politiker: „Mir kommt es vor, als würde sich eine Schnapsbrennervereinigung auf einmal bereiterklären, den Kampf gegen den Alkoholismus aufzunehmen. In Wirklichkeit werden jedoch die entscheidenden Fragen ausgeklammert.

Was wir dringend brauchen, ist eine drastische Reduzierung des Glücksspielangebotes. Derzeit hat die Steiermark die größte Geldspielautomatendichte im gesamten deutschsprachigen Raum.
Fast jedes zweite geschlossene Traditionsgasthaus wird in ein Wettcafe umgewandelt.

Unbedingt erforderlich wäre auch, dass der Geldscheineinzug bei den Spielautomaten verboten wird und statt dessen nur noch maximal ein Einwurf von 50-Cent-Münzen möglich ist.
Außerdem ist eine Mindestdauer pro Spiel festzulegen und zu verbieten, dass mehrere Spiele gleichzeitig bei einem Automaten ablaufen können. Nur so wäre es möglich zu unterbinden, das Spieler innerhalb von nicht einmal einer Minute 100 Euro verlieren können.

Die Vorschläge der steirischen KPÖ liegen längst auf dem Tisch der zuständigen Landespolitiker. Dort versucht man aber, wirksame Maßnahmen zu verhindern beziehungsweise ständig zu verzögern. Sollte dies weiter so der Fall sein, werden sie sich auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, mit der Glücksspiel-Lobby unter einer Decke zu stecken.“

5. November 2008