Naturjuwel vor Zerstörung bewahren!

Nur KPÖ stimmte gegen Verbauung des Leopoldsteinersees

Vom Klima- und Naturschutz ist in letzter Zeit in der Politik viel die Rede. Die Realität ist eine andere: In Eisenerz soll jetzt einer der letzten naturbelassenen Seen des Landes mit einem Chalet-Dorf verschandelt werden. Die KPÖ hat im Gemeinderat als einzige Partei gegen dieses Vorhaben gestimmt. Im Landtag will KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler nun von Umweltlandesrätin Lackner wissen, ob sie im Sinne der Stellungnahmen der Landesverwaltung bereit ist, dem Bauvorhaben einen Riegel vorzuschieben.

Der See ist unverbaut, naturbelassen und besticht mit natürlicher Schönheit.“ – So charakterisiert das offizielle Tourismusportal der Steiermark den Leopoldsteinersee. Geht es nach der Mehrheit im Eisenerzer Gemeinderat und einem finanzkräftigen Investor, soll sich dieses Bild grundlegend ändern. Der mehrheitlich – lediglich gegen die drei Stimmen der KPÖ – beschlossene Bebauungsplan sieht eine „touristische Entwicklung“ des Sees vor. Das bedeutet einen tiefen und unumkehrbaren Einschnitt in das Landschaftsbild und den Naturraum.

Im Landtag will Klubobfrau Klimt-Weithaler von Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) wissen, ob sich die Steirerinnen und Steirer im Sinne der Klima- und Umweltziele darauf verlassen können, dass der Leopoldsteinersee vor einer touristischen Verbauung bewahrt wird. Im Programm der steirischen Landesregierung sprechen ÖVP und SPÖ davon, unsere einzigartige Natur in der Steiermark für die nächsten Generationen zu bewahren“.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Ich erwarte mir eine deutliche Absage dieses Projekts durch das Land Steiermark. All die großen Pläne zum Umwelt- und Klimaschutz wären sonst nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Es geht darum, ein Naturjuwel vor der Zerstörung zu bewahren, da darf es keine faulen Ausreden geben. Hände weg vom Leopoldsteinersee!“

 

Vernichtende Stellungnahmen des Landes Steiermark

Von den Abteilungen 13 und 15 des Landes Steiermark liegen vernichtende Stellungnahmen zum Bauprojekt vor. In ihrer Stellungnahme vermisst die A13 (Umwelt und Raumordnung) jegliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Bauvorhabens auf das Landschaftsschutzgebiet und spricht von einer „wesentlichen Unvereinbarkeit des Projekts mit dem Schutzzweck“. Es wird auch darauf hingewiesen, dass das Planungsgebiet in einer Lawinengefahrenzone liegt, in der „außerhalb des Hauses Gefahr für Leib und Leben besteht“.

„Die Stadtgemeinde Eisenerz wird (…) aufgefordert ggst. Bebauungsplan auszusetzen und das Planungsgebiet (…) in Freiland rückzuführen.“

In ihrer Stellungnahme spricht die A15 (Energie, Wohnbau, Technik) von „einer nachhaltigen und gravierenden Störung der seltenen Charakteristik und Eigenart des Landschaftsraumes“ und verweist auf eine „nicht vorhandenen Baulandeignung“.

 

Die Eisenerzer KPÖ-Stadträtin Anna Skender erinnerte daran, dass gerade der unberührte Charakter der Landschaft Besucherinnen und Besucher anzieht – ein stark verbautes Land wird für Erholungsbedürftige zunehmend unattraktiv: „In Eisenerz gibt es genügend leerstehende Gebäude. Vorausschauend wäre es, die Innenstadt zu beleben und die verbliebenen Naturräume zu bewahren, statt die Peripherie zu verbauen.“

Medienberichte

Bericht in der Kronen Zeitung, 28. November

Bericht in der der Kleinen Zeitung, 29. November (Bezahlschranke)

 

1. Dezember 2020