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Naßzelleneinbau und Wohnbauprogramm

APA über Forderungen der steirischen KPÖ

"Bisher wurden in über 600 Wohnungen Nasszellen eingebaut", berichtete der KPÖ-Landtagsklubchef Ernest Kaltenegger, der 1998 als Wohnbaustadtrat begann, den Substandardwohnungen der Gemeinde eine Nass-Zellenkur zu verpassen. Jetzt müssen noch an die 400 Einheiten nachgerüstet werden, was bis 2010 passiert sein soll, so seine Nachfolgerin im Stadtsenat, Elke Kahr (K), am Freitag bei einem Pressegespräch.
Sanierung. Rund 4.000 Gemeindewohnungen gibt es in Graz, bei denen die Mieten durchschnittlich 43 Prozent unter dem marktüblichen Preis liegen. Für etwa 6.500 Wohnungen im so genannten übertragenen Wohnbau besitzt die Stadt das Einweisungsrecht. Viele der Wohnungen, die im Zuge der Nasszellen-Offensive verbessert wurden, sind einer umfassenden Sanierung etwa in Bezug auf Wärmedämmung und Heizung unterzogen worden. "Auch ein Beitrag zur Lösung des Feinstaubproblems", meinte Stadträtin Kahr.

Für Migranten. Tägliche Anfragen von Wohnungssuchenden würden zeigen, dass der Bestand der bestehenden Gemeindewohnungen nicht ausreichen würde, berichtete die Wohnungsstadträtin. Neben dem jährlichen Anstieg von Menschen in Graz, die unter der Armutsgrenze leben, würde der Bedarf auch durch die Öffnung der Gemeindewohnungen für Migranten ab dem nächsten Jahr - wie es die EU-Richtlinie vorschreibt - weiter steigen. "650 Wohnungen würde man mindestens brauchen", so Kahr. Mit dem Land habe man bereits Gespräche geführt, in der Stadt fehle, wie auch in anderen Wohnbaufragen, die Unterstützung des SPÖ-Finanzreferenten. Nach den Vorstellungen Kalteneggers sollte auch der Bund in die Pflicht genommen werden, z. B. durch die Bereitstellung von nicht mehr benötigten Kasernen-Grundstücken.

Förderungen. Eine "sehr schwierige Situation" prognostiziert der KP-Landtagsclubchef für den geförderten Wohnbau. In Folge des 2001 und 2003 erfolgten Verkauf des Großteils der Darlehen vom Land Steiermark an Banken sei auch der daran geknüpfte Geldrückfluss versiegt. Außerdem solle das generelle Wohnbeihilfen-System überdacht werden: "Verdienst und Beihilfe sind kommunizierende Systeme", so Kaltenegger. Das Ziel sollte sein, dass Wohnen grundsätzlich ohne Beihilfen leistbar sei. Noch stärkeres Eingehen wünscht sich Kaltenegger auf die geänderten Bedürfnisse, etwa Single-Wohnungen oder Wohnungen mit Gärten.

9. Dezember 2005