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Milli Stark verstorben

Verlust für Kinderland und steirische KPÖ

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Milli (Kronegger) wurde am 16. Jänner 1917 in Zeltweg geboren, besuchte dort die Volksschule und danach die Hauptschule in Judenburg.
Mit 15 kam sie in die Handelsschule nach Knittelfeld.
Dort begegnete sie ihrem späteren Lebensgefährten Albert Stark, der dort als Lehrer tätig war.
1934 wurde dieser, wie auch sein Vater (ebenfalls Lehrer und Kinderfreunde-Obmann in Knittelfeld) als Mitglied des republikanischen Schutzbundes aus dem Schuldienst entfernt.
Milli arbeitete als Sekretärin in der Molkerei Knittelfeld.
Als Albert nach wiederholter Ablehnung wieder in den Schuldienst aufgenommen wurde, schickte man ihn in den entlegenen Gebirgsort Soboth.
1938, als Milli 21 war, hatten sie geheiratet. Damit wurde sie auch gleichzeitig „Mutter“ von Alberts vier vollwaisen Geschwistern, für die er die Vormundschaft übernommen hatte.
Als Albert 1939 eingezogen wurde, übernahm Milli den Unterricht in der kleinen Schule.
Sie war bei den Kindern und im ganzen Ort sehr beliebt.

Nach dem Krieg kam die junge Familie nach Graz.
Als 1946 die Organistion Kinderland gegründet wurde, waren Milli und Albert von Anfang an mit dabei. Albert wurde Landessekretär und als er 1947 wieder in den Lehrerberuf zurückkehrte, übernahm auch dieses Mal wieder Milli seine Arbeit.
Über Jahrzehnte war Milli an der Seite Alberts im Kinderland tätig.
Beide hatten es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Kinder im Sinne des Friedens, der Solidarität und der Völkerfreundschaft zu erziehen, und als Kommunisten, im Rahmen der Organisation Kinderland um eine Gesellschaft zu kämpfen, in der dies möglich ist.
Die Errichtung des Kinderland-Feriendorfes am Turnersee war wohl der krönende Höhepunkt ihrer erfolgreichen Arbeit.
Bald nach Alberts Tod im Jahre 1990 kam Milli in die Seniorenresidenz nach Warmbad Villach zu Bruder und Schwägerin.
Mit viel Anteilnahme und Aufmerksamkeit verfolgte sie im fernen Villach die Tätigkeit des steirischen Kinderlands und der KPÖ, bis es ihr Gesundheitszustand nicht mehr zuließ.
Mit Milli verliert die Organisation Kinderland eine ihrer treuesten und ausdauerndsten Freundinnen, eine aufrechte Kämpferin für eine bessere Welt.

Kinderland Steiermark
KPÖ-Steiermark

21. Februar 2007