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Mietzinsobergrenzen für alle Wohnungen

Interview mit Stadträtin Elke Kahr

Hohe Mieten am Wohungsmarkt: Immer mehr kommen in Bedrängnis
Elke Kahr, Stadträtin für Wohnungsangelegenheiten der Stadt Graz, fordert eine Mietzinsobergrenze, um den privaten Wohnungsmarkt zu regulieren.

Sind die Folgen der Wirtschaftskrise auch in der Steiermark zu spüren?

Stadträtin Elke Kahr: Ja absolut. Viele kommen in eine finanzielle Bedrängnis. Die Mieten und die Betriebskosten sind extrem gestiegen, viele können sich auch die Kaution nicht leisten, um überhaupt eine Wohnung - auch wenn sie günstig ist - mieten zu können. Wir von der KPÖ fordern seit Jahren am privaten Wohnungsmarkt eine Mietzinsobergrenze.

Wie viele Delogierungen gibt es in Graz?

Kahr: Bei den Gemeindewohnungen ist die Anzahl bei ungefähr 25 bis 35 Delogierungen im Jahr konstant geblieben. Wir haben aber ein engmaschiges Sicherheitsnetz und unterstützen die Mieter bei Problemen.

Welche Gruppen sind besonders betroffen?

Kahr: Im Parteienverkehr und bei Hausbesuchen bemerke ich einen Anstieg von Menschen, die wohnungslos sind. Hier gibt es eine hohe Dunkelziffer, diese Menschen kommen oft bei der Familie, bei Freunden unter. Das ist aber keine Dauerlösung. Immer mehr kommen auch in Bedrängnis, die das nie erwartet hätten. Ein Ehepaar mit zwei Kindern im Gymnasium war bei mir, der Mann war selbständig und seine Firma ging in Konkurs. Viele können ihre Kredite nicht mehr bedienen oder die Raten für das Eigenheim nicht mehr zahlen. Wichtig ist dabei immer eine niederschwellige Beratung, damit wir auch an die Menschen herankommen, die Hilfe brauchen.
Interview: Gudrun Schaffhauser

Kleine Zeitung, online, 14. 5. 09

14. Mai 2009