Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Mietpreise werden zur Armutsfalle

Kaltenegger: „Die Politik muss handeln, bevor die Preise explodieren"

Die Preissteigerung am Wohnungsmarkt liegt derzeit deutlich über der Inflationsrate. In Graz beträgt die Teuerungsrate bei den Nettomieten im Vergleich zum Vorjahr drei Prozent. Darauf wies KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger am Donnerstag hin.

Die Hauptursache dieser Entwicklung ist eine Verknappung des Wohnungsangebotes, die sich noch deutlich verschärfen wird, sollten nicht in absehbarer Zeit leistbare Neubauwohnungen errichtet werden. Wie groß die Nachfrage nach solchen Wohnungen ist, zeigt die Entwicklung bei den Grazer Gemeindewohnungen. Derzeit sind schon mehr als 1.600 Wohnungssuchende im Wohnungsamt vorgemerkt, die am „freien Markt“ keine Chance haben.

Kaltenegger machte darauf aufmerksam, dass das System der steirischen Wohnbauförderung in absehbarer Zeit zu kollabieren droht. Durch die Aufhebung der Zweckbindung wurde bereits mehrmals Wohnbaugeld für andere Vorhaben abgezweigt. Allein heuer verschwinden 20 Prozent des Zweckzuschusses des Bundes (insg. 47,6 Mio. Euro), im allgemeinen Budget. Ab 2007 werden es sogar 25 Prozent sein, die dem Wohnbau entzogen werden.
Weitere einschneidende Auswirkungen hatte auch der Verkauf der aushaftenden Wohnbaudarlehen an Banken. Dadurch gibt es keine Rückflüsse in den Wohnbauförderungstopf des Landes mehr.

Ernest Kaltenegger: „Sollte nicht rasch gehandelt werden, droht ein noch gewaltigerer Preisschub bei den Wohnungsmieten. In Folge würde das Land mit seiner Wohnbeihilfe schnell an seine Grenzen stoßen. Wenn nicht bald neue Gemeindewohnungen in den Ballungszentren errichtet werden, werden viele Familien in die Armut gedrängt.“

{AUTOCOMMENTS}

Veröffentlicht: 10. Juni 2006

Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.